Gewässer · Oberösterreich

Attersee mit der Unterwasserdrohne: Tauchplätze, Sicht und Regeln

Der klarste See Oberösterreichs: bis zu 20 Meter Sicht, ein versunkener Wald und Steilwände, die in die Tiefe abfallen. Hier erfährst du, wo du starten kannst und worauf du achten musst.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Blick über den Attersee bei Unterach
Blick über den Attersee bei Unterach · Bild: Herbert wie, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Klarster See Oberösterreichs mit bis zu 20 Meter Sichttiefe
  • Unterwasserwald bei Weyregg schon ab wenigen Metern Tiefe
  • Steilwand an der Schwarzen Brücke bis über 50 Meter
  • Verbrennungsmotoren-Verbot für Boote im Juli und August – angenehm ruhig
  • An den UNESCO-Pfahlbau-Fundstellen gilt Tauch- und Ankerverbot

Steckbrief

Flächeüber 46 km²
Größte Tiefe169 m
Mittlere Tiefe85 m
Sichttiefebis zu 20 m (gemessen), im Sommer teils deutlich weniger
Wassertemperaturim August an der Oberfläche um 20 °C, am Grund ganzjährig unter 5 °C
EigentümerÖsterreichische Bundesforste
Eignung für ROVssehr gut – klares Wasser, viele bekannte Tauchplätze

Was du unter Wasser siehst

Der Attersee ist bei Tauchern beliebt, und fast alles, was sie sehen, kannst du auch mit einer Unterwasserdrohne erkunden. Rund 25 Tauchplätze liegen vor allem am Ostufer.

  • Unterwasserwald bei Weyregg: Nach einem Hangrutsch im Jahr 1959 liegen ganze Baumstämme im See. Der Wald reicht bis etwa 18 Meter Tiefe, dazwischen sieht man Hecht, Barsch und Aal. Ideal für Einsteiger, weil schon das flache Stück spannend ist.
  • Schwarze Brücke (Ostufer zwischen Weyregg und Seefeld): Eine senkrechte Wand fällt auf 50 bis 55 Meter ab, darunter geht ein Geröllhang bis etwa 100 Meter. In 5 bis 8 Metern Tiefe lassen sich oft Rutten (Quappen) beobachten.
  • Kohlbauernaufsatz bei Unterach: Ein Holzkahn mit Plumpsklo liegt in 32 Metern Tiefe, dazu ein kleiner „Titanic“-Nachbau und Unterwasserwiesen.
  • Abenteuer Pfahlbau unter Wasser: Seit 2019 gibt es für Taucher Installationen mit einem nachgebauten Pfahlbau. Diese Anlage ist nicht identisch mit den geschützten Original-Fundstellen.
Unterach am Südufer des Attersees
Unterach am Südufer des Attersees · Bild: Herbert wie, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

Die bekannten Einstiege sind öffentlich beschrieben und für Taucher gedacht – für deine Drohne funktionieren sie genauso:

  • Kohlbauernaufsatz: B151, km 27,2, 4866 Unterach
  • Liebesbrücke: B152, km 11,1, 4852 Weyregg
  • Unterwasserwald: rund 350 m vom Nautilus Weyregg entfernt, Parkplatz auf der anderen Straßenseite
  • Schwarze Brücke: nur 3 bis 4 Parkplätze, du musst die Straße überqueren

Ein Teil der Plätze verlangt eine Tauchkarte. Ob das auch für eine Drohne gilt, ist nirgends geregelt – frag im Zweifel bei der örtlichen Tauchbasis oder Gemeinde nach. Sei an den beliebten Einstiegen rücksichtsvoll: Taucher haben dort Vorrang, und dein Kabel sollte niemandem in die Quere kommen.

Regeln und Rücksicht

  • Boote: Verbrennungsmotoren sind vom 1. Juli bis 31. August verboten, nachts (21 bis 7 Uhr) ganzjährig. Uferschutzzonen bis 100 Meter vom Ufer sind von Mai bis September für Boote gesperrt (Oö. Seen-Verkehrsverordnung).
  • UNESCO-Pfahlbauten: An den Fundstellen gilt Tauchverbot, dazu ein Anker- und Kettenschleifverbot. Mit der Drohne gilt: keinesfalls den Grund berühren oder Sediment aufwirbeln – am besten diese Bereiche ganz meiden.
  • Laichschonzone: An der Liebesbrücke (Weyregg) ist von Mitte Mai bis Ende Juni Zander-Schonzeit, Tauchen ist dann verboten. Lass die Drohne in dieser Zeit dort auch im Koffer.
  • Natur und Fischerei: Der See ist Natura-2000-Gebiet und in 56 Fischereirechte aufgeteilt. Halte Abstand zu Netzen, Bojen und Anglern.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Österreich keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Gemeinde, den Österreichischen Bundesforsten oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte im Unterwasserwald: wenig Tiefe, viel zu sehen – perfekt, um dein Kabelhandling zu üben.
  • An der Schwarzen Brücke reicht ein 100-Meter-Kabel locker für die Wand. Behalte deine Tiefenfreigabe im Blick – viele Hobbydrohnen sind für 100 Meter ausgelegt.
  • Im Hochsommer kann die Sicht durch Plankton sinken. Klare Tage im Frühling oder Herbst bringen oft die besten Bilder.
  • Unter der Sprungschicht wird es schnell kalt – das kostet Akkulaufzeit. Plane eine Reserve ein.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Attersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Attersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

Weitere Seen in Österreich