Tauchorte · Tessin

Lago Maggiore mit der Unterwasserdrohne: Wracks im Gambarogno

Flugzeuge, ein Helikopter und Boote auf dem Seegrund, dazu fast mediterranes Klima: Der Schweizer Zipfel des Lago Maggiore ist ein Ziel für Wrackfans. Hier erfährst du, wo du im Tessin starten kannst und welche Zonen tabu sind.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Blick von Stresa über den Lago Maggiore auf die Borromäischen Inseln
Blick von Stresa über den Lago Maggiore auf die Borromäischen Inseln · Bild: Zairon, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Bis 372 Meter tief, nur etwa ein Fünftel der Fläche liegt in der Schweiz
  • Wrackpark Alabardia bei San Nazzaro: Flugzeug, Helikopter und Boote meist oberhalb von 30 Metern
  • Künstliches Riff mit „Reef Balls“ vor Magadino
  • Tauchverbot an Hafeneinfahrten und 100 Meter um die Landestellen der Kursschiffe (BSV Art. 77)
  • Bolle di Magadino: Vogelreservat an der Ticino-Mündung

Steckbrief

Flächerund 212 km², davon etwa ein Fünftel in der Schweiz
Seehöhe193 m ü. M.
Größte Tiefe372 m
Sichtweitelaut Tauchportalen im Sommer bis zu 20 m, nach starkem Regen deutlich schlechter
SchutzstatusBolle di Magadino: Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung und Ramsar-Gebiet
Eignung für ROVsgut – der Wrackpark bei San Nazzaro ist vom Ufer aus erreichbar und liegt in Drohnentiefe, dafür viel Bootsverkehr und kurze Schweizer Uferlinie

Was du unter Wasser siehst

Im Schweizer Teil konzentrieren sich die Tauchplätze auf das Gambarogno-Ufer zwischen Magadino und San Nazzaro und auf das Westufer bei Brissago.

  • Alabardia bei San Nazzaro: Der bekannteste Platz im Tessiner Teil. Auf dem Grund liegen Fahrräder, ein Piper-Flugzeug, ein Navy-Helikopter und mehrere Bootswracks, die meisten oberhalb von 30 Metern. Maximal geht es auf rund 40 Meter. Eine Tafel am Clubhaus zeigt, wo die Wracks liegen und wie tief.
  • Künstliches Riff Magadino: Zusammen mit PADI Project Aware wurde vor Magadino ein Riff aus „Reef Balls“ angelegt. Ein markierter Pfad führt zu den Stationen – ein guter Ort für ruhige erste Flüge.
  • Steilwände bei Brissago: Am Westufer kurz vor der italienischen Grenze fallen die Wände steil ab. Tauchportale zählen sie zu den beliebtesten Spots der Region.
Kleiner Hafen von Belgirate am Lago Maggiore
Kleiner Hafen von Belgirate am Lago Maggiore · Bild: Tiia Monto, Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Wo du starten kannst

Der am besten dokumentierte Einstieg ist der Wrackpark im Gambarogno:

  • Alabardia (zwischen Vira und San Nazzaro): Von Magadino kommend kurz vor dem Ortsschild Alabardia rechts Parkplätze an der Straße, Beschilderung beachten. Über Metall- oder Steintreppen ins Wasser, Wiese zum Aufbauen. Vor Ort ist der Club Salvataggio Sub Gambarogno.
  • Magadino: Zwei Tauchschulen betreuen das künstliche Riff; frag dort nach dem Einstieg.

Viele Ufer im Tessin sind privat oder Strandbäder mit Hausregeln. Ascona, Locarno, Brissago und die Orte im Gambarogno haben Landestellen der Kursschiffe – dort gilt im Umkreis von 100 Metern Tauch- und Badeverbot. Such dir deinen Startpunkt mit Abstand dazu.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Der Kanton Tessin weist in seinem Faltblatt ausdrücklich darauf hin. Für Unterwasserdrohnen gibt es keine eigene Regel – meide diese Zonen trotzdem.
  • Boote und Abstände: Laut Kanton Tessin ist die innere Uferzone 150 Meter breit. Boote halten 50 Meter Abstand zueinander, 200 Meter zu Fischern und zu Linienschiffen. Baden ist im Umkreis von 100 Metern um Hafeneinfahrten und Landestellen verboten.
  • Bolle di Magadino: Das Delta von Ticino und Verzasca zwischen Vira und Tenero ist Vogelreservat. Im Teilgebiet II ist Baden verboten, Motorboote halten mindestens 150 Meter, Ruderboote 50 Meter Abstand zum Ufer. Lass die Drohne hier im Koffer.
  • Grenze: Der größte Teil des Sees liegt in Italien. Jenseits der Grenze bei Brissago und Indemini gelten italienische Regeln – die Schweizer Merkblätter helfen dort nicht.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Polizia lacuale der Kantonspolizei Tessin, der Gemeinde oder dem kantonalen Fischerei- und Naturschutzamt nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte am Wrackpark Alabardia: Die Ziele liegen größtenteils oberhalb von 30 Metern und damit gut in Reichweite.
  • Schau dir vorher die Wrackkarte am Clubhaus an und flieg die Objekte gezielt an, statt am Grund zu suchen.
  • Halte das Kabel straff und kurz – zwischen Wracks und Fahrrädern verhakt es sich schnell.
  • Nach langem Regen trübt der See ein. Plane deinen Ausflug für trockene Tage.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Lago Maggiore? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Lago Maggiore etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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