Tauchorte · Neuenburg, Waadt, Freiburg, Bern

Neuenburgersee mit der Unterwasserdrohne: Pfahlbauten, Wracks, Regeln

Der größte See, der ganz in der Schweiz liegt, ist ein Archiv: Pfahlbauten aus der Steinzeit und Schiffswracks bis zurück in die Römerzeit liegen am Grund. Für deine Drohne gibt es gute Übungsplätze – und einige Zonen, in denen du nichts verloren hast.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Neuenburgersee mit Blick auf die verschneiten Alpen
Neuenburgersee mit Blick auf die verschneiten Alpen · Bild: Milko Vuille, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Auf einen Blick
  • Rund 215 km² groß, bis 152 m tief, verteilt auf vier Kantone
  • Boudry gilt als einer der beliebtesten Tauchplätze der Westschweiz
  • Am Grund liegen Pfahlbauten und Wracks von der Römerzeit bis ins 18. Jahrhundert
  • Vor dem Laténium in Hauterive sind Schifffahrt und Tauchen verboten
  • Naturschutzgebiete der Grande Cariçaie am Südufer: gelbe Bojen, kein Befahren

Steckbrief

Flächerund 215 km² (Neuenburg 86, Waadt 74, Freiburg 53, Bern 2 km²); andere Angaben nennen knapp 218 km²
Seehöhe429,3 m ü. M. (seit der zweiten Juragewässerkorrektion)
Größte Tiefe152 m
Sichtweitelaut Tauchern meist besser als im Genfersee
EigentümerHoheit bei den Kantonen Neuenburg, Waadt, Freiburg und Bern
Eignung für ROVsgut – viele flache Übungsplätze und spannende Archäologie, aber strenge Schutzzonen

Was du unter Wasser siehst

Am Nordufer zwischen Neuenburg und Grandson liegen die meisten bekannten Tauchplätze. Viele sind flach und vom Ufer aus gut erreichbar.

  • Plage de Boudry (NE): Laut dem Freizeitportal loisirs.ch der „dichteste Tauchplatz der Westschweiz“, mit Tiefen von 4 bis 100 m. Taucher haben hier Objekte für Übungen versenkt, eine Übungsplattform liegt in rund 9 m.
  • Grandson (VD): Felsiger Grund in 4–5 m, laut loisirs.ch mit besserer Sicht als im Genfersee. Vor Ort ist ein Tauchclub aktiv.
  • Saint-Aubin-Sauges und Pointe du Grain: Laut Tauchlogbüchern Fels, Sand und Wasserpflanzen in 5–25 bzw. 5–35 m.
  • Wracks: Archäologen des Kantons Neuenburg haben 2020 drei Wracks vorgestellt: einen gallo-römischen Lastkahn (um 120 n. Chr.), ein Segelschiff aus dem 16. und ein Transportschiff aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind Fundstellen, keine Ausflugsziele.
  • Pfahlbauten: Über drei Jahrtausende standen ab etwa 4000 v. Chr. Siedlungen am Ufer. Mehrere Fundstellen gehören zum UNESCO-Welterbe. Von den Resten siehst du meist nur Pfahlstümpfe im Sand – Abstand halten.
Klares, türkisfarbenes Flachwasser bei Gorgier am Neuenburgersee
Klares, türkisfarbenes Flachwasser bei Gorgier am Neuenburgersee · Bild: Rooftops2, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

Diese Einstiege sind beschrieben:

  • Boudry: Einstieg vom Strand neben dem Steg in einer Bucht; laut Tauchern gut bei Westwind.
  • Grandson: Einstieg vom Ufer über felsigen Grund.
  • Serrières (Neuenburg): Ausfahrt Richtung Philip-Morris-Werk, kostenpflichtiger Parkplatz rechts.

Das Südufer zwischen Yverdon und Cudrefin ist größtenteils Schutzgebiet. Dort ist ein Start mit der Drohne keine gute Idee.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Für Drohnen gibt es keine eigene Regel – meide diese Zonen trotzdem.
  • Laténium in Hauterive: Vor dem Archäologiepark und dem Museum Laténium westlich des Hafens Hauterive ist die Schifffahrt verboten, ebenso das Tauchen vom Ufer und vom See aus. Die Zone ist mit gelben Kugelbojen markiert.
  • Grande Cariçaie: Die Seeschutzgebiete am Südufer sind mit gelben Bojen und Verbotstafeln markiert. Darin sind alle Boote, auch Kanus und Paddelbretter, und das Baden verboten. Zu Schilf und Wasserpflanzen gilt ein Abstand von 25 m.
  • Tauchflagge und Uferzone: Taucher setzen die blau-weiße Flagge, Schiffe halten 50 m Abstand. In der Uferzone bis 300 m gilt Tempo 10 – trotzdem ist im Sommer viel los.
  • Pfahlbauten und Wracks: Die Fundstellen sind teils als archäologische Reservate oder mit Ankerverbot geschützt. Nicht im Grund wühlen, nichts aufheben.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei, dem Schifffahrtsamt des jeweiligen Kantons (Neuenburg, Waadt, Freiburg oder Bern) oder der Gemeinde nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte in Boudry: flacher Einstieg, Plattform in 9 m und viele Übungsobjekte.
  • Bei Bise wird das Nordufer unruhig. Boudry liegt laut Tauchern bei Westwind geschützt.
  • Ein Wrack oder einen Pfahlbau gefunden? Nur filmen, nichts berühren – und melde Neues dem Archäologiedienst des Kantons.
  • Lies vor dem Start die gelben Bojen: Sie markieren Schutz- und Badezonen, in die deine Drohne nicht gehört.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Neuenburgersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Neuenburgersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

Weitere Seen in der Schweiz