
- Bis 214 Meter tief, unter 40 Metern auch im Sommer kaum über 5 °C
- Wrack „Bruno“ bei Brunnen in 15 Metern Tiefe – einsteigerfreundlich
- Rund zehn Tauchplätze sind ohne Boot erreichbar
- Im Urnersee und im Gersauer Becken liegt alte Munition – nie berühren
- Viel Kursschiffverkehr: Taucher-Tafel „A“ und Abstand zu Schiffen beachten
Steckbrief
| Fläche | 114 km² |
| Seehöhe | rund 433,6 m ü. M. |
| Größte Tiefe | 214 m |
| Mittlere Tiefe | 117 m |
| Sichtweite | keine Messwerte gefunden; Taucher berichten je nach Platz und Saison von rund 4 bis über 10 m |
| Wassertemperatur | im Sommer an der Oberfläche um 22 °C, unter 40 m auch im Sommer kaum über 5 °C |
| Eignung für ROVs | gut – Wrack in geringer Tiefe und eindrucksvolle Wände, aber viel Schiffsverkehr und teils schwankende Sicht |
Was du unter Wasser siehst
Laut Wikipedia gibt es etwa zehn Plätze, an denen man ohne Boot im Vierwaldstättersee tauchen kann. Die bekanntesten liegen am Gersauer Becken und rund um Brunnen.
- Wrack „Bruno“, Eichwald bei Brunnen: Ein 30-Tonnen-Lastschiff, das der Tauchclub TAWAS im Sommer 2007 versenkt hat. Es liegt in 15 Metern Tiefe parallel zum Ufer, das Steuerhaus ist intakt. Ein Stahlseil führt vom Einstieg zum Wrack – perfekt, um dich mit der Drohne zu orientieren.
- Rütenen: Beim Autobahnbau gingen hier ein Förderband und Werkzeug verloren, die heute unter Wasser liegen. Ab etwa 20 Metern fällt eine Steilwand auf über 40 Meter ab. Taucher empfehlen den Platz außerhalb der Badesaison.
- Kehrsiten: Eine steil abfallende Halde mit einem kleinen Schiffswrack.
- Weggis und Vitznau: Am Rigi-Ufer liegen weitere Plätze, in Weggis etwa die sogenannte Elefantenwand. Die Sicht kann hier laut Taucherberichten auf rund 4 Meter sinken.
Wo du starten kannst
Am besten dokumentiert ist der Einstieg zum Wrack „Bruno“:
- Eichwald (Brunnen–Gersau): Rund 1,5 km von Brunnen Richtung Gersau, gegenüber dem Restaurant Eichwald. Breite Stahltreppe ins Wasser, markierte Parkplätze und WC.
- Rütenen: Landtauchplatz, im Sommer viel Badebetrieb.
Am Eichwald weisen Taucher auf eine Sperrzone hin – halte dich an die Beschilderung vor Ort. Andere Plätze am Lopper bei Hergiswil waren laut älteren Berichten zeitweise gesperrt. Frag vorab bei einer Tauchbasis in Brunnen, Hergiswil oder Luzern nach dem aktuellen Stand.
Regeln und Rücksicht
- Tauchen und Boote: Wer taucht, stellt am Ufer oder auf dem Boot eine Tafel „A“ auf (blau-weißer Doppelstander, BSV Art. 32). Schiffe halten mindestens 50 Meter Abstand (Art. 49). Die innere Uferzone reicht bis 150, die äußere bis 300 Meter vom Ufer (Art. 53). Für Unterwasserdrohnen gibt es weder in der BSV noch in der interkantonalen Schifffahrtsvereinbarung der fünf Anrainerkantone eine eigene Regel.
- Kursschiffe: Die SGV betreibt eine große Flotte, darunter fünf Raddampfer. Bleib mit Kabel und Begleitboot weg von Anlegestellen und Kursen.
- Munition im See: Zwischen 1918 und 1967 entsorgten Munitionsfabriken ihre Abfälle unter anderem hier: je nach Quelle rund 2800 bis 3300 Tonnen, vor allem im Urnersee (etwa vor Axenfels, Bolzbach, Bauen–Sisikon und Rütli) und im Gersauer Becken. Die Hauptmenge liegt in 150 bis 215 Metern Tiefe, laut Monitoring ohne messbare Schadstofffreisetzung. Siehst du etwas, das wie Munition aussieht: nie berühren – markieren – melden (Telefon 117).
- Reussdelta: Am Südende des Urnersees gelten im Reussdelta eigene Schutz- und Nutzungszonen. Tafeln vor Ort zeigen, wo was erlaubt ist.
Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei des jeweiligen Kantons (Luzern, Schwyz, Uri, Nidwalden oder Obwalden), der Gemeinde oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.
Tipps für deine Drohne
- Starte am Wrack „Bruno“: 15 Meter Tiefe, ein Führungsseil und ein intaktes Steuerhaus – ideal für die ersten Wrackbilder.
- Meide im Sommer die Badezeiten, vor allem in Rütenen. Morgens und im Herbst hast du mehr Ruhe.
- Unter 40 Metern ist es auch im Sommer nur rund 5 °C kalt. Rechne mit kürzerer Akkulaufzeit.
- Die Munition liegt tiefer als die meisten Hobbydrohnen tauchen. Flieg im Urnersee nicht gezielt in die Tiefe, und fass nichts mit dem Greifarm an.
Warst du schon mit deiner Drohne am Vierwaldstättersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.
- Wikipedia: Vierwaldstättersee
- Kanton Schwyz: Vierwaldstättersee (Gewässerschutz)
- Binnenschifffahrtsverordnung (BSV, SR 747.201.1)
- Interkantonale Vereinbarung über die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee
- VBS: Factsheet Munitionsrückstände in Schweizer Seen
- VBS: Munition in Schweizer Seen – historische Abklärungen
- taucher.net: Brunnen, Eichwald Wrack Bruno
- taucher.net: Vierwaldstättersee, Rütenen
- Moneycab/Wetnotes: Tauchen im Herzen der Schweiz (2015)
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