Tauchorte · Zug, Schwyz, Luzern

Zugersee mit der Unterwasserdrohne: Felswände und „Mikado“

Eine Felswand gleich unter der Oberfläche, eine Fischskulptur in 20 Metern und kreuz und quer liegende Baumstämme: Am Südufer des Zugersees findest du einige der beliebtesten Tauchplätze der Zentralschweiz. Hier erfährst du, wo du startest und was du meiden solltest.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Zug am Zugersee vor verschneiten Alpengipfeln
Zug am Zugersee vor verschneiten Alpengipfeln · Bild: Luzitani, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Auf einen Blick
  • Bis 198 Meter tief, die tiefste Stelle liegt im Südbecken
  • Baumgärtli Immensee: Felswand ab wenigen Metern, Fischskulptur in 20 Metern
  • „Mikado“ bei Walchwil: Baumstämme in rund 35 Metern
  • Drei UNESCO-Pfahlbaustellen bei Zug
  • Tauchverbot an Hafeneinfahrten und 100 Meter um die Landestellen der Kursschiffe (BSV Art. 77)

Steckbrief

Fläche38,4 km²
Größte Tiefe198 m
Mittlere Tiefe83,2 m
Sichtweitekeine Messwerte gefunden
Schutzstatusdrei Fundstellen der UNESCO-Pfahlbauten in der Gemeinde Zug
Eignung für ROVsgut – Wände und Objekte in Drohnentiefe direkt vom Ufer, aber im Sommer viel Bootsverkehr im Norden

Was du unter Wasser siehst

Die bekanntesten Plätze liegen am steilen Süd- und Ostufer zwischen Immensee, Arth und Walchwil. Im flacheren Norden bei Zug geht es eher um Geschichte.

  • Baumgärtli (Immensee): Schon wenige Meter unter der Oberfläche beginnt eine Felswand, die für erfahrene Taucher über 40 Meter tief abfällt. In einer Felsspalte in etwa 20 Metern sitzt eine Fischskulptur – ein schönes Ziel für die Drohne.
  • Mikado (Walchwil): Baumstämme liegen hier in rund 35 Metern Tiefe wie hingeworfene Mikadostäbe.
  • Klausenegg (Arth): Ein Wandplatz am Südende des Sees.
  • Weitere Plätze bei Walchwil: Taucher nennen das Bootshaus Räbelmattli (Einstieg über eine Treppe), Grindwäschi und das Zigeunerplätzli.
  • Altstadt und Vorstadt Zug: Vor der Stadt liegen Reste einer versunkenen Hafenanlage mit archäologischen Funden. Teile der Zuger Vorstadt rutschten 1435 und 1887 in den See.
Bootshafen bei Buonas am Zugersee
Bootshafen bei Buonas am Zugersee · Bild: Barbara Steinemann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

Belegt sind vor allem diese Einstiege:

  • Baumgärtli, Immensee: Beim Restaurant Baumgarten in 6405 Immensee, mit Seeterrasse direkt am Platz.
  • Klausenegg, Arth: Parken auf einem Ausstellplatz an der Straße.
  • Grindwäschi, Walchwil: Bei der Bushaltestelle Lothenbach, über eine Steintreppe an der Wand ins Wasser.
  • Zigeunerplätzli, Walchwil: Kiesparkplätze im Wald.

Am Baumgärtli tauchen viele Taucher. Halte dein Kabel aus ihrem Weg und flieg nicht über aufsteigende Gruppen. Vor Zug herrscht im Sommer starker Verkehr mit Privatbooten – dort lieber im Winter oder gar nicht.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Für Unterwasserdrohnen gibt es keine eigene Regel – meide diese Zonen trotzdem.
  • Pfahlbauten: Zug-Sumpf, Zug-Riedmatt und Zug-Oterswil/Insel Eielen sind UNESCO-Welterbe. Wellen legen dort Funde frei und spülen Kulturschichten weg, Taucher der Kantonsarchäologie kontrollieren die Uferkanten regelmäßig. Ein ausdrückliches Tauchverbot haben wir nicht gefunden – berühr den Grund nicht und nimm nichts mit.
  • Drei Kantone: Der See gehört größtenteils zu Zug, Anteile haben Schwyz und Luzern. Zuständig ist die Seepolizei des jeweiligen Kantons.
  • Tiefe ohne Leben: Unter 160 Metern ist der Zugersee ganzjährig praktisch sauerstofffrei. Für Hobbydrohnen spielt das keine Rolle – dort unten gibt es aber auch nichts zu entdecken.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei der Zuger Polizei bzw. der Kantonspolizei Schwyz oder Luzern, der Gemeinde oder der Kantonsarchäologie Zug nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte am Baumgärtli: Die Wand beginnt fast an der Oberfläche, die Fischskulptur in 20 Metern ist ein klares Ziel.
  • Das „Mikado“ liegt in rund 35 Metern. Flieg zwischen den Stämmen langsam und mit kurzem Kabel – hier verhakt es sich leicht.
  • Rechne mit Tauchern an allen bekannten Plätzen. Sprich sie vorher an, wo sie hinwollen.
  • Meide im Sommer das Nordufer vor Zug: Dort ist der Bootsverkehr am stärksten.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Zugersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Zugersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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