Tauchorte · Bern, Neuenburg

Bielersee mit der Unterwasserdrohne: Pfahlbauten und St. Petersinsel

Klein, warm und voller Geschichte: Am Südufer des Bielersees graben Archäologen Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit aus. Für deine Drohne gibt es einfache Einstiege am Nordufer – und rund um die St. Petersinsel klare Grenzen.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Bielersee bei Ligerz mit Weinbergen im Vordergrund
Bielersee bei Ligerz mit Weinbergen im Vordergrund · Bild: educolor.ch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Rund 39 km² groß und bis 74 m tief, das Wasser wird nach etwa 58 Tagen ausgetauscht
  • Im Sommer 22–23 °C an der Oberfläche, im Februar um 5 °C
  • Am Südufer liegen viele Pfahlbau-Fundstellen aus Jungsteinzeit und Bronzezeit
  • Naturschutzgebiet St. Petersinsel und Heidenweg: kein Befahren und Ankern in den Schutzbereichen
  • Tauchverbote nach BSV an Hafeneinfahrten und 100 m um Kursschiff-Landestellen

Steckbrief

Fläche39,3 km² (andere Angaben: 39,8 km²)
Seehöhe429 m ü. M.
Größte Tiefe74 m
Mittlere Tiefe29 m
Wassertemperaturim Juli und August im Mittel 22–23 °C, bei Hitze bis 25 °C; im Februar um 5 °C
EigentümerHoheit bei den Kantonen Bern und Neuenburg
Eignung für ROVsmittel – einfache Einstiege und warmes Wasser, aber wenig beschriebene Ziele und viele Schutzzonen

Was du unter Wasser siehst

Zum Bielersee gibt es weniger Tauchberichte als zu den großen Seen. Das Spannendste liegt im Flachwasser am Südufer – und ist streng geschützt.

  • Pfahlbauten am Südufer: Rund um Sutz-Lattrigen liegen viele Fundstellen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Die Tauchequipe des Archäologischen Dienstes Bern legt sie frei, etwa bei Täuffelen, wo die Erosion stark ist. Gefährdete Stellen werden mit Kokosmatten und Kies abgedeckt. Mehrere Fundstellen gehören zum UNESCO-Welterbe.
  • Twann: Ein Tauchplatz am Nordufer, laut Tauchern für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet.
  • Tüscherz: Ein Platz am Nordufer, den Taucher für Navigations-, Nacht- und Rettungsübungen nutzen.
  • Fische: Typisch sind Brachsen und Flussbarsche.
Erlach mit Kirche am Ufer des Bielersees
Erlach mit Kirche am Ufer des Bielersees · Bild: W. Bulach, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

Diese Einstiege am Nordufer sind beschrieben:

  • Twann: Einfacher Ein- und Ausstieg über eine Treppe mit Geländer.
  • Tüscherz, beim Bahnhof: Gute Parkmöglichkeiten.

Prüfe vor Ort, wo die Landestellen der Kursschiffe liegen. Im Umkreis von 100 m darf nicht getaucht werden – das solltest du auch mit der Drohne respektieren.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Für Drohnen gibt es keine eigene Regel.
  • Tauchflagge und Uferzone: Taucher setzen eine blau-weiße Flagge, Schiffe halten mindestens 50 m Abstand. In der inneren Uferzone (bis 150 m) dürfen Motorschiffe nur zum An- und Ablegen fahren, bis 300 m gilt Tempo 10.
  • St. Petersinsel und Heidenweg: Das Gebiet ist seit 1989 Naturschutzgebiet. Verboten sind das Eindringen ins Schilf, auch mit Booten, und das Ankern im Schilf. In den eingetragenen Ufer- und Riedbereichen sind Durchfahrt und Ankern ganz verboten, Betreten vom 1. März bis 30. September nur auf markierten Wegen.
  • Schilf und Schutzzonen: Zu Schilf, Binsen und Seerosen gilt in der Regel 25 m Abstand. Mit gelben Bojen markierte Schwimmer- und Naturschutzzonen sind tabu.
  • Pfahlbauten: Die Fundstellen sind Welterbe und teils mit Ankerverboten geschützt. Nicht im Grund wühlen, nichts aufheben – am besten mit Abstand filmen.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei der Kantonspolizei Bern, den Behörden des Kantons Neuenburg oder der Gemeinde nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte in Twann: Die Treppe macht das Einsetzen und Bergen der Drohne leicht.
  • Das Wasser ist im Sommer warm, gut für die Akkus – aber auch für Algen. Plane mit wechselnder Sicht.
  • Rund um die St. Petersinsel bleibst du besser am Ufer und filmst von oben.
  • Pfahlbauten liegen oft im Flachwasser. Fahr langsam und knapp über dem Grund, damit du keinen Sand aufwirbelst.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Bielersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Bielersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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