- 536 km² groß, bis 251 m tief – der See grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz
- Steilwände im Überlinger See, am Teufelstisch fällt der Fels auf rund 90 m ab
- Am Teufelstisch gilt seit 1994 ein generelles Tauchverbot
- Bodensee-Schifffahrts-Ordnung: kein Tauchen in Fahrwassern und nahe Häfen und Schiffsanlegestellen
- Keine eigenen Regeln für Unterwasserdrohnen – orientier dich an den Tauchregeln
Steckbrief
| Fläche | 536 km² (Obersee 473 km², Untersee 63 km²) |
| Seehöhe | rund 395 m |
| Größte Tiefe | 251 m |
| Mittlere Tiefe | 90 m |
| Sichtweite | laut Tauchern am Wrack „Jura“ meist um 10 m (5–15 m) |
| Wassertemperatur | unterhalb von 10 m Tiefe nur 4–6 °C |
| Eigentümer | kein einzelner Eigentümer: Im Obersee gibt es keine vereinbarte Staatsgrenze, nur im Untersee zwischen Deutschland und der Schweiz |
| Eignung für ROVs | gut – viele Ziele vom Ufer erreichbar, aber viel Schiffsverkehr, kaltes Tiefenwasser und mehrere Sperrzonen |
Was du unter Wasser siehst
Am Bodensee gibt es viele etablierte Tauchplätze, vor allem am deutschen Nordufer. Einige Highlights liegen aber auf Schweizer Seite oder sind gesperrt.
- Steilwände im Überlinger See: Der nordwestliche Arm des Sees ist für seine Wände bekannt. Bei Überlingen-Spetzgart fällt eine Steilwand ab, dort soll auch ein kleines Wrack liegen. Der Platz ist weniger besucht.
- Teufelstisch: Ein Felsturm etwa 50 m vor dem Ufer bei Überlingen, dessen Plateau je nach Pegel nur 1,5 bis 3 m unter der Oberfläche liegt. Die Wand daneben fällt fast senkrecht auf rund 90 m ab. Hier gilt Tauchverbot – siehe Regeln.
- Wrack „Jura“: Der Raddampfer sank am 12. Februar 1864 nach einer Kollision mit der „Stadt Zürich“. Er liegt rund einen Kilometer vor Bottighofen (Schweiz, Thurgau) in etwa 38–40 m Tiefe, nur per Boot erreichbar. Der Kanton Thurgau hat ihn als Unterwasser-Industriedenkmal geschützt. Es gilt: nur schauen, nichts anfassen.
- Lädine bei Ludwigshafen: Das Wrack eines historischen Lastenseglers. Am Einstieg liegt viel Schlick – Propeller wirbeln hier schnell alles auf.
- Gohren Schneckengarten: Bei Kressbronn liegt ein Wrack direkt am Einstieg, dazu kostenlose Parkplätze.
- Pfahlbauten: Im Flachwasser des Bodensees sind über 100 Pfahlbaufundstellen bekannt, rund 70 davon am baden-württembergischen Ufer. Ausgewählte Fundplätze sind seit 2011 UNESCO-Welterbe. Bei Unteruhldingen kannst du ein rekonstruiertes Pfahlbaudorf im Pfahlbaumuseum besuchen.

Wo du starten kannst
Diese Plätze am deutschen Ufer gelten als gut zugänglich:
- Meersburg Krebsgarten: Einsteigerplatz mit guten Parkmöglichkeiten und Treppe ins Wasser. Unter Wasser liegt ein Parcours aus versenkten Gartenmöbeln und anderen Objekten.
- Bodman Springbrunnen: Einfacher Einstieg über eine Treppe, Cafés in der Nähe, bei passenden Bedingungen sehr gute Sicht.
- Konstanz Hörnle: Am beliebten Strandbad Hörnle mit Parkplätzen. Im Sommer sind im Flachwasser viele Badegäste unterwegs.
- Gohren Schneckengarten: Kostenlose Parkplätze, Flaschenfüllung und Leihausrüstung vor Ort.
Für Überlingen-Spetzgart empfehlen Taucher das Wassertaxi, weil Parkplätze knapp sind. Die „Jura“ erreichst du nur mit dem Boot.
Regeln und Rücksicht
- Bodensee-Schifffahrts-Ordnung: Die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung gilt für alle drei Anrainerstaaten. Sie verbietet das Tauchen in markierten Fahrwassern und im Umkreis von 100 m um Hafeneinfahrten und Landestellen der Fahrgastschifffahrt (außerhalb öffentlicher Badeplätze), wenn dadurch die Schifffahrt behindert wird.
- Teufelstisch: Seit 1994 ist das Tauchen am Teufelstisch verboten, nachdem es dort mehrere tödliche Unfälle gab. Ausnahmen kann das Landratsamt Konstanz erfahrenen Tauchern genehmigen.
- Taucherflagge: Taucher müssen am Bodensee die internationale Flagge „A“ bzw. eine entsprechende Boje zeigen. Für deine Drohne gibt es keine Pflicht – eine sichtbare Markierung über dem Startpunkt schützt aber dein Kabel vor Booten.
- Wracks und Pfahlbauten: Die „Jura“ ist als Denkmal geschützt, Wracks können durch Ankern und Tauchen beschädigt werden. Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen appelliert an Taucher: „Nehmt nichts weg, wühlt nicht.“ Halte mit der Drohne Abstand zum Grund und fass nichts an.
- Was heißt das für ROVs?: Eine eigene Regel für Unterwasserdrohnen gibt es nicht. Halte dich an die Tauchregeln: keine Fahrwasser, Abstand zu Häfen und Anlegestellen, nicht am Teufelstisch – und auf Schweizer oder österreichischer Seite gelten zusätzlich die dortigen Vorschriften.
Für Unterwasserdrohnen gibt es in Deutschland keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel beim Landratsamt Konstanz oder Bodenseekreis, der Gemeinde oder der Wasserschutzpolizei nach. Stand: Oktober 2026.
Tipps für deine Drohne
- Unterhalb von 10 m ist es auch im Sommer nur 4–6 °C kalt. Rechne mit kürzerer Akkulaufzeit.
- An den Steilwänden im Überlinger See geht es schnell sehr tief: Prüf Kabellänge und Tiefenlimit deiner Drohne.
- Starte am besten an einem Einsteigerplatz wie dem Krebsgarten in Meersburg, bevor du dich an die Wände wagst.
- Fahrgastschiffe und Motorboote sind überall unterwegs. Flieg nicht in Fahrwassern und halte das Kabel kurz.
Warst du schon mit deiner Drohne am Bodensee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.
- Austria-Forum (AustriaWiki): Bodensee
- JUSLINE: Bodensee-Schifffahrts-Ordnung, Art. 11.04 Bade-, Tauch- und Brückenspringverbot
- seen.de: Tauchen im Bodensee
- Travelbook: Der Teufelstisch im Bodensee
- Helvetia: Reportage Dampfschiff Jura
- duikersgids.nl: Wrak Jura
- Schwäbische Zeitung: Im Bodensee verbergen sich Schätze, nach denen man besser nicht suchen sollte
- Schwäbische Zeitung: Dringender Appell an Taucher im Bodensee
- Landesamt für Denkmalpflege BW: Flyer Unterwasserarchäologie
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