Tauchorte · Kanton Bern

Brienzersee mit der Unterwasserdrohne: türkis, tief und oft trüb

Von oben leuchtet er türkis, unter Wasser ist er eine Wundertüte: Der Brienzersee ist tief, kalt und nach Regen voller Gletschersand. Hier erfährst du, wann sich der Ausflug lohnt und wo du starten kannst.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Türkisblauer Brienzersee von oben mit Berner Alpen
Türkisblauer Brienzersee von oben mit Berner Alpen · Bild: dconvertini, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Auf einen Blick
  • Bis 259 Meter tief, Tiefenwasser ganzjährig nur 5 bis 6,5 °C
  • Gletscherschmelze trübt das Wasser – nach Regen oder bei Schneeschmelze kaum Sicht
  • Steilwände bei Iseltwald, Einstieg per Steg in Ringgenberg
  • In 150 bis 215 Metern Tiefe liegt alte Armeemunition – nie berühren
  • Tauchverbot an Hafeneinfahrten und 100 Meter um die Landestellen der BLS-Schiffe (BSV Art. 77)

Steckbrief

Fläche29,8 km²
Seehöhe564 m ü. M.
Größte Tiefe259 m
Sichtweitekeine Messwerte gefunden; nach Regen und während der Schneeschmelze laut Tauchern sehr trüb
Wassertemperaturunter 60 m Tiefe ganzjährig 5 bis 6,5 °C, Oberfläche auch im Sommer eher kühl
Eignung für ROVsmittel – eindrucksvolle Wände, aber oft trübes Gletscherwasser und nur wenige dokumentierte Einstiege

Was du unter Wasser siehst

Der Brienzersee ist kein klassischer Tauchsee. Nährstoffarm und kalt, mit wenig Pflanzen und Fischen – dafür fallen die Ufer an vielen Stellen steil ab.

  • Hausriff Kurt (Iseltwald): Nördlich des Strandhotels fällt eine glatte Wand steil ab. Taucher warnen vor viel altem Müll am Grund – für die Drohne heißt das: Kabel im Blick behalten.
  • Ringgenberg: Beim Campingplatz geht es über einen Steg ins Wasser – ein bequemer Startpunkt am Nordufer.
  • Steilwand gegenüber dem Sendli: Taucher beschreiben die Wand als „cool und tief“. Für Hobbydrohnen bleibt nur der obere Teil erreichbar.
  • Bönigen und alte Straße nach Iseltwald: Weitere Plätze, die Taucher im Forum nennen – Details zu Einstieg und Tiefe fehlen.
Ufer des Brienzersees bei Bönigen
Ufer des Brienzersees bei Bönigen · Bild: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, CC0

Wo du starten kannst

Feste Einstiege sind kaum öffentlich beschrieben. Belegt sind diese:

  • Ringgenberg, Campingplatz: Einstieg über einen Steg beim Campingplatz.
  • Iseltwald, beim Strandhotel: Das Hausriff liegt nördlich des Hotels; frag nach, wo du dein Material aufbauen darfst.
  • Strandbäder: Öffentliche Strandbäder gibt es in Niederried, Bönigen, Iseltwald und Brienz. Dort gelten die Hausregeln.

Die BLS fährt mit fünf Schiffen neun Stationen an, darunter Bönigen, Iseltwald, Oberried und Brienz. An diesen Landestellen ist Tauchen im Umkreis von 100 Metern verboten – such dir deinen Platz mit Abstand.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Für Unterwasserdrohnen gibt es keine eigene Regel – meide diese Zonen trotzdem.
  • Tauchflagge und Uferzonen: Wer taucht, setzt eine Tafel „A“ (blau-weiß), Schiffe halten davon mindestens 50 Meter Abstand. Die innere Uferzone reicht bis 150 Meter. Schilf und gelb markierte Zonen sind tabu.
  • Munition im See: Zwischen 1918 und 1964 wurden in Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee rund 8200 Tonnen Munition versenkt, die Hauptmenge in 150 bis 215 Metern Tiefe. Laut VBS gibt es keine Hinweise, dass Stoffe ins Seewasser gelangen. Siehst du etwas, das wie Munition aussieht: nicht berühren, melden.
  • Fischerei: Am Brienzersee ist Angeln vom Ufer ohne Patent erlaubt. Rechne also mit Anglern und halte Abstand zu ihren Schnüren.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei der Kantonspolizei Bern, der Gemeinde oder dem kantonalen Fischereiinspektorat nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Plane nach dem Wetter: Nach mehreren trockenen Tagen und außerhalb der Schneeschmelze hast du die besten Chancen auf Sicht.
  • Bring helles Licht mit – das Gletscherwasser schluckt schnell Farbe und Kontrast.
  • Am Hausriff Iseltwald liegt Müll am Grund. Flieg die Wand ab, nicht den Boden.
  • Das Tiefenwasser bleibt bei 5 bis 6,5 °C. Rechne mit kürzerer Akkulaufzeit und plane Reserve ein.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Brienzersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Brienzersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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