
- Bis 217 Meter tief, Tiefenwasser ganzjährig nur 5 bis 6,5 °C
- Fischbalme bei Merligen: Felswand ab rund 10 Metern Tiefe
- Beste Sicht laut Tauchern im Winter
- In gut 200 Metern Tiefe liegen Tausende Tonnen alte Munition – nie berühren
- Taucher-Tafel „A“: Boote halten mindestens 50 Meter Abstand
Steckbrief
| Fläche | 47,85 km² |
| Seehöhe | 557,8 m ü. M. |
| Größte Tiefe | 217 m |
| Sichtweite | keine Messwerte gefunden; laut Tauchern im Winter deutlich klarer als im Sommer |
| Wassertemperatur | Oberfläche im Sommer meist um 19–22 °C, unter 60 m Tiefe ganzjährig 5 bis 6,5 °C |
| Eignung für ROVs | gut – spektakuläre Wände und viele Tauchplätze, aber einige Ziele nur per Boot und reger Schiffsverkehr |
Was du unter Wasser siehst
Der Thunersee lebt von seinen steilen Ufern. Viele Ziele, die Taucher hier besuchen, liegen im Bereich, den auch eine Hobbydrohne gut erreicht.
- Fischbalme bei Merligen: Offizieller Tauchplatz des Schweizer Unterwasser-Sport-Verbands. Nach etwa 10 Metern beginnt eine senkrecht abfallende Felswand mit Absätzen und Überhängen. Fische gibt es eher wenige – Trüschen, Egli und Hecht.
- Beatenbucht: Der flachere Nachbar der Fischbalme: Der Einstieg beginnt bei rund 1,5 Metern Tiefe. Taucher beschreiben Umkleide, Schließfächer und Grillplatz. Die Zone von der Beatenbucht bis Sundlauenen gilt als ganzjährig erreichbares Tauchgebiet.
- Schwefelquellen bei Einigen: Im Südwesten steigen Schwefelquellen wie kleine Lavatöpfe vom Seegrund auf, rundherum wurden Figuren versenkt. Laut Tauchclub sind die Quellen vom Ufer aus nicht zugänglich – du brauchst ein Boot.
- Gunten und Hilterfingen: Am Nordufer liegen weitere bekannte Plätze. Gunten wird von Tauchern als einer der schönsten Plätze am See mit guten Parkmöglichkeiten gelobt.
- Westlicher Seeteil: Laut Schweiz Tourismus gibt es dort Übungsplattformen, kleinere Wracks und Flachwasserzonen mit vielen Jungfischen – gute Ziele für die ersten Tauchgänge mit der Drohne.

Wo du starten kannst
Feste Einstiege mit Adresse sind öffentlich kaum dokumentiert. Belegt sind vor allem die Plätze am Nordufer:
- Fischbalme / Beatenbucht (Sigriswil-Merligen): Zwei Einstiege nebeneinander, Parkplätze vorhanden, laut Tauchern aber eher knapp.
- Gunten: Laut Taucherbewertung gute Parkmöglichkeiten.
- Per Boot: Schwefelquellen bei Einigen; Tauchbasen in Hilterfingen und Heimberg fahren den See an.
Die Fischbalme ist ein Tieftauchplatz für erfahrene Taucher. Halte dein Kabel kurz und weg von Tauchern, die die Wand hinunter wollen. Rechne an den Ufern mit Kursschiffen der BLS – Schiffsverkehr gilt an der Fischbalme ausdrücklich als Gefahr.
Regeln und Rücksicht
- Tauchen und Boote: Wer taucht, stellt am Ufer oder auf dem Boot eine Tafel „A“ auf (blau-weißer Doppelstander, BSV Art. 32). Schiffe halten davon mindestens 50 Meter Abstand (Art. 49). Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Binnenschifffahrtsverordnung keine eigene Regel. Die Tafel zeigt aber anderen, dass unter dir etwas im Wasser ist.
- Uferzonen und Schilf: Die innere Uferzone reicht bis 150 Meter, die äußere bis 300 Meter vom Ufer (BSV Art. 53). Schilf, Binsen und Seerosen dürfen nicht befahren werden, in der Regel gilt 25 Meter Abstand. Gelb markierte Schwimmer- und Naturschutzzonen sind tabu.
- Munition im See: Zwischen 1918 und 1964 wurde in Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee Munition versenkt, insgesamt rund 8200 Tonnen. Im Thunersee sind es laut VBS etwa 4600 Tonnen, unter anderem vor Merligen und in der Beatenbucht, in gut 200 Metern Tiefe. Laut Monitoring geht davon keine messbare Gefahr aus. Siehst du etwas, das wie Munition aussieht: nie berühren – markieren – melden (Telefon 117).
- Pfahlbauten bei Thun: Im unteren Seebecken bei Schloss Schadau liegen frühbronzezeitliche Siedlungsreste auf mindestens 15.000 m². Sie wurden 2014 von Sporttauchern entdeckt und sind durch Erosion bedroht. Grund nicht berühren, kein Sediment aufwirbeln, den Bereich am besten meiden.
Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei der Kantonspolizei Bern, der Gemeinde oder dem kantonalen Fischereiinspektorat nach. Stand: Oktober 2026.
Tipps für deine Drohne
- Starte in der Beatenbucht: Der flache Einstieg ist ideal, um Kabel und Steuerung zu üben, bevor du die Wand an der Fischbalme abfliegst.
- Komm im Winter: Dann ist das Wasser klarer und die Felswände wirken am besten.
- Die Munition liegt mit rund 200 Metern tiefer als die Freigabe der meisten Hobbydrohnen. Flieg nicht auf Verdacht in die Tiefe, und fass nichts mit dem Greifarm an.
- Unter 60 Metern ist es ganzjährig nur 5 bis 6,5 °C kalt – das kostet Akkuleistung. Plane eine Reserve ein.
Warst du schon mit deiner Drohne am Thunersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.
- Wikipedia: Thunersee
- Eawag: Brienzersee, Thunersee, Bielersee (Seendaten)
- Binnenschifffahrtsverordnung (BSV, SR 747.201.1)
- Kantonspolizei Bern: Vorschriften Seepolizei
- VBS: Factsheet Munitionsrückstände in Schweizer Seen
- VBS: Munition in Schweizer Seen – historische Abklärungen
- taucher.net: Fischbalme, Merligen (Beatenbucht)
- Schweiz Tourismus: Verborgene Unterwasserwelten (2023)
- swissinfo: Taucher untersuchen Pfahlbauten im Thunersee
Ist am Thunersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.