- Bis 136 Meter tief, tiefste Stelle zwischen Herrliberg und Oberrieden
- Viele bekannte Tauchplätze, vor allem am rechten Ufer zwischen Zürich und Herrliberg
- Acht UNESCO-Pfahlbau-Fundstellen im See – nichts berühren, nichts mitnehmen
- Tauchverbot an Hafeneinfahrten, auf Kursschiff-Linien und im Umkreis von 100 m um Landestellen
- Viel Bootsverkehr: Uferzonen mit Tempo 10, gelbe Bojen markieren Sperrzonen
Steckbrief
| Fläche | 88,17 km² (davon Zürich 59,79, Schwyz 17,46, St. Gallen 10,92 km²), inklusive Obersee |
| Seehöhe | 406 m ü. M. |
| Größte Tiefe | 136 m (zwischen Herrliberg und Oberrieden) |
| Mittlere Tiefe | 49 m |
| Sichtweite | wechselhaft: Klarwasserphase im Mai, im Winter durch die Burgunderblutalge oft deutlich schlechter |
| Wassertemperatur | im Sommer an der Oberfläche über 20 °C |
| Eigentümer | Hoheit bei den Kantonen Zürich, Schwyz und St. Gallen |
| Eignung für ROVs | gut – viele leicht erreichbare Tauchplätze, aber viel Bootsverkehr und oft nur mäßige Sicht |
Was du unter Wasser siehst
Die Zürcher Taucherszene hat rund um den See Dutzende Plätze dokumentiert. Die meisten erreichst du direkt vom Ufer – ideal für eine Drohne mit Kabel.
- Wassersportzentrum Tiefenbrunnen (Zürich): Ein Einsteigerplatz: Der Grund fällt sanft ab, an einem Rohr entlang geht es zu einer Plattform in rund 10 Metern mit zwei steinernen Löwen. Bei etwa 18 Metern folgen eine zweite Plattform und zwei versunkene Boote.
- Schoggiwand (Kilchberg): Eine Felswand ab etwa 15 Metern. In 28 Metern steht in der Wand ein Tisch mit Bank und Mühlebrett – ein schönes Ziel für die Kamera.
- Pflegeheim (Erlenbach): Eine Wand von 13 bis 22 Metern. Taucher berichten von oft hörbaren Motorengeräuschen – ein Hinweis auf den Bootsverkehr.
- Herrliberg: Gleich mehrere Plätze liegen hier dicht beieinander, etwa „Grosser Parkplatz“ mit einem Steinrad nördlich des Seebads.
- UNESCO-Pfahlbauten: Acht Fundstellen am Zürichsee gehören zum Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“, darunter Zürich-Enge-Alpenquai, Kleiner Hafner, Meilen-Rorenhaab, Erlenbach-Winkel, Freienbach-Hurden und Wädenswil Vorder Au. Im Kanton Zürich sind rund 70 Pfahlbau-Fundstellen bekannt. Zu sehen ist meist wenig: Die Reste liegen im Seegrund und sind durch Erosion, Wellenschlag und invasive Arten wie die Quaggamuschel gefährdet.
Wo du starten kannst
Diese Einstiege sind in Taucherführern beschrieben:
- Wassersportzentrum Tiefenbrunnen: Von Zürich auf der rechten Seeseite Richtung Küsnacht, kurz nach dem Bahnhof Tiefenbrunnen rechts. Parkplätze unter der großen Brücke, Einstieg über eine Eisentreppe links vom Betonwerk bei der Schiffsrampe. Am Steg hängt dauerhaft eine Alpha-Flagge.
- Schoggiwand, Kilchberg: Einstieg bei der Einwasserungsrampe, bis zur zweiten Boje sind es rund 50 Meter.
- Pflegeheim, Erlenbach: Der Parkplatz beim Strandbad ist für Taucher während der Badezeiten verboten – rechne mit einem Fußweg.
Viele Ufer am Zürichsee sind privat oder gehören zu Strandbädern. Halte dich an öffentliche Plätze und frag in Strandbädern nach den Hausregeln. An Kursschiff-Stegen hat deine Drohne nichts verloren: Im Umkreis von 100 Metern um deren Landestellen ist Tauchen verboten.
Regeln und Rücksicht
- Tauchverbote (BSV): Nach Art. 77 Abs. 3 der Binnenschifffahrtsverordnung ist Sporttauchen bei Hafeneinfahrten, in der Nähe zugelassener Liegeplätze, im Umkreis von 100 m um Landestellen der Kursschiffe, auf den Fahrlinien der Kursschiffe und in engem Fahrwasser verboten. Für Drohnen gibt es keine eigene Regel – halte dich trotzdem an diese Zonen, schon wegen der Schiffsschrauben.
- Tauchflagge: Taucher kennzeichnen ihren Platz mit der Flagge „A“ (blau-weiß). Eine Pflicht für Drohnen gibt es nicht, aber eine Flagge macht Bootsfahrer auf dich aufmerksam.
- Boote und Sperrzonen: In den Uferzonen bis 300 m gilt Tempo 10, Längsfahrten von Motorbooten in der inneren Uferzone (150 m) sind nicht erlaubt. Mit gelben Bojen markierte Flächen sind Sperrzonen, Schilf- und Seerosenbestände sind tabu.
- Naturschutz: Der Frauenwinkel bei Pfäffikon SZ ist Naturschutzgebiet. Lass Schilf, Wasserpflanzen und brütende Vögel in Ruhe.
- Pfahlbauten: Die Fundstellen sind Welterbe und archäologisches Kulturgut. Nicht im Grund wühlen, nichts aufheben – am besten mit Abstand filmen oder ganz meiden.
Für Unterwasserdrohnen gibt es in der Schweiz keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Seepolizei, dem Schifffahrtsamt des jeweiligen Kantons (Zürich, Schwyz oder St. Gallen) oder der Gemeinde nach. Stand: Oktober 2026.
Tipps für deine Drohne
- Starte in Tiefenbrunnen: wenig Tiefe, klare Ziele wie Löwen und Plattformen – perfekt zum Üben.
- Plane mit dem Bootsverkehr: Am Wochenende und im Sommer ist viel los, früh am Morgen ist es ruhiger.
- Die beste Sicht gibt es oft im Mai. Im Winter trübt die Burgunderblutalge das Wasser.
- Achte auf dein Kabel an Wänden wie der Schoggiwand – Kanten und Muschelbewuchs können es beschädigen.
Warst du schon mit deiner Drohne am Zürichsee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.
- Wikipedia: Zürichsee
- Wikipedia (en): Lake Zurich
- Kanton Tessin: Faltblatt Sicher auf dem See (Verweis Art. 77 Abs. 3 BSV)
- Kanton St. Gallen: Tauchen
- Kanton Schwyz: Einschränkungen für die Schifffahrt
- Kanton Zürich: RRB 2025/0386 Unterwasserarchäologie
- Kanton Schwyz: Gewässerzustand von Zürichsee, Zürichobersee und Walensee
- Swiss Divers: Wassersportzentrum Zürich-Tiefenbrunnen
- kohmann.ch: Tauchplätze
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