Tauchorte · Bayern

Ammersee mit der Unterwasserdrohne: flaches Ufer, trübes Wasser

Der Ammersee liegt nur eine halbe Stunde westlich von München und ist bis 81 m tief. Für deine Drohne ist er eher ein Übungsrevier: Das Ufer fällt flach ab, die Sicht ist oft bescheiden.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Luftbild des Ammersees, Blick von Süden
Luftbild des Ammersees, Blick von Süden · Bild: Carsten Steger, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Rund 47 km² groß, bis 81 m tief
  • Sicht meist um 4–5 m, oft schlechter
  • Ufer fällt flach ab – bis in die Tiefe ist es weit
  • Tauchen ist per Allgemeinverfügung des Landratsamts Landsberg geregelt
  • Keine UNESCO-Pfahlbauten im See

Steckbrief

Flächerund 47 km²
Seehöhe533 m
Größte Tiefe81 m
Uferlängerund 42 km
Sichtweitelaut Tauchern meist 4–5 m, teils schlechter
Wassertemperaturan der Messboje im Mittel 12,3 °C, im Sommer bis 29 °C an der Oberfläche; in der Tiefe im Frühjahr um 4 °C
EigentümerFreistaat Bayern, verwaltet von der Bayerischen Schlösserverwaltung
Eignung für ROVsmittel – gut erreichbar und zum Üben geeignet, aber trübes Wasser, wenig Leben im Flachen und viele Schutzzonen

Was du unter Wasser siehst

Spektakuläre Tauchplätze hat der Ammersee nicht. Taucher beschreiben ihn als See, in dem du weit schwimmen musst, bis es tief wird.

  • Herrsching: Der bekannteste Tauchplatz liegt am Ostufer in Herrsching. Das Ufer fällt flach ab, Taucher nennen ihn eher etwas für Anfänger, die auf etwa 5 m bleiben, oder für Scooter-Fahrer. Für deine Drohne heißt das: viel Kabel für wenig Tiefe.
  • Flachwasser: Im Flachen findest du Wasserpflanzen und Kleinfische. Ein Taucher berichtet allerdings von wenig Leben und viel Müll am Grund – die Drohne kann dir zumindest zeigen, wo es sauber ist.
  • Pfahlbauten? Nein: Die bayerischen UNESCO-Pfahlbauten liegen an der Roseninsel im Starnberger See sowie in Pestenacker und Unfriedshausen bei Landsberg – nicht im Ammersee. Am Ammersee gibt es also keine Welterbe-Fundstelle, auf die du achten musst.
Bootshaus am Ufer bei Schondorf am Ammersee
Bootshaus am Ufer bei Schondorf am Ammersee · Bild: Smiley.toerist, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

  • Herrsching, Summerstraße: Laut taucher.net steigen Taucher über einen Bootssteg an der Summerstraße neben einem öffentlichen Badeplatz ein. Für die Drohne gilt: nur, wenn wenig Badebetrieb ist.

Von Ostern bis Mitte Oktober legen an acht Stegen Fahrgastschiffe an. Halte dort Abstand – laut Bayerischer Schifffahrtsordnung darf im Umkreis von 100 m um Anlegestellen die Schifffahrt nicht behindert werden.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchen: Für den Ammersee gibt es eine Allgemeinverfügung des Landratsamts Landsberg am Lech, laut taucher.net seit 2020 in neuer Fassung. Darin gibt es nach Angaben von Tauchern viele Naturschutzbereiche, in denen Tauchen verboten ist. Sie gilt für Taucher, zeigt dir aber, wo du auch mit der Drohne nichts verloren hast.
  • Naturschutz: Vor allem das Südufer mit der Ammermündung ist ein wichtiges Vogelgebiet. Meide Schilf und Flachwasserzonen mit Schutzmarkierungen.
  • Boote: Bojenplätze und Motorboot-Genehmigungen vergibt das Landratsamt Landsberg über Wartelisten. Segler und Fahrgastschiffe sind trotzdem viel unterwegs.
  • Uferzugang: Nutze öffentliche Badeplätze und Stege. Viel Ufer ist privat.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Bayern keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Bayerischen Schlösserverwaltung, dem Landratsamt Landsberg am Lech oder der Wasserschutzpolizei nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Erwarte keine Kristallsicht: Nimm eine Drohne mit guten Lampen und flieg nah am Grund.
  • Wegen des flachen Ufers brauchst du viel Kabel, um in die Tiefe zu kommen – oder du startest von einem Boot.
  • Lies vor dem Ausflug die aktuelle Tauch-Allgemeinverfügung im Amtsblatt des Landkreises Landsberg.
  • Wirble keinen Schlamm auf – sonst ist die ohnehin knappe Sicht sofort weg.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Ammersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Ammersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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