Tauchorte · Oberösterreich

Mondsee mit der Unterwasserdrohne: Steilwand, Wracks und Pfahlbauten

Warmes Wasser, keine privaten Motorboote mit Verbrennungsmotor und eine dunkle Steilwand: Der Mondsee ist ein Revier für alle, die eine Lampe an der Drohne haben. Hier erfährst du, wo du starten kannst – und warum du die UNESCO-Pfahlbauten nur von außen kennst.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Mondsee mit Blick auf die Drachenwand und den Schafberg
Mondsee mit Blick auf die Drachenwand und den Schafberg · Bild: Cezar Suceveanu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Auf einen Blick
  • Bis 68 Meter tief, im Sommer an der Oberfläche bis über 25 °C
  • Eher trüb: im Mittel knapp 5 Meter Sichttiefe, ohne Licht siehst du wenig
  • Kienbergwand bis über 40 Meter, dazu Autowracks und eine Telefonzelle
  • Verbrennungsmotoren ganzjährig verboten, außer für die gewerbliche Schifffahrt
  • Drei UNESCO-Pfahlbau-Fundstellen: Tauchverbotszone und Ankerverbot

Steckbrief

Fläche13,78 km²
Seehöhe481 m
Größte Tiefe68 m
Mittlere Tiefe37 m
Sichttiefeim Mittel 4,9 m, gemessen zwischen 1,8 und 9,4 m (2015–2020)
Wassertemperaturan der Oberfläche von knapp 3 °C im Winter bis gut 26 °C im Sommer
SchutzstatusUNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ (Fundstellen See, Mooswinkel, Scharfling)
Eigentümerprivat – seit 2024 Anna Mathyl
Eignung für ROVsmittel – ruhig und warm, aber trüb, und die Pfahlbau-Zonen sind tabu

Was du unter Wasser siehst

Der Mondsee ist nährstoffreicher als Attersee oder Wolfgangsee. Das kostet Sicht, sorgt aber für viel Leben unter Wasser.

  • Kienbergwand: Eine Steilwand, die bis etwa 43 Meter abfällt. Taucher beschreiben sie als „zappenduster, aber beeindruckend“ – ohne Lampe geht hier nichts.
  • Fische und Pflanzen: Zwischen 10 und 30 Metern stehen oft viele Fische, zwischen 12 und 15 Metern wachsen Unterwasserpflanzen. Taucher empfehlen Nachttauchgänge, weil dann mehr los ist.
  • Wracks und Kurioses: Mehrere Autowracks liegen im See, dazu eine Telefonzelle in 20 Metern Tiefe.
  • Pfahlbauten: Rund 6000 Jahre alte Holzpfähle jungsteinzeitlicher Siedlungen der Mondseekultur. Die Fundstelle See liegt in einer denkmalgeschützten Tauchverbotszone und ist nur bei begleiteten, behördlich abgestimmten Exkursionen zugänglich.
Pfahlbaustation im Flachwasser am Ostufer des Mondsees
Pfahlbaustation im Flachwasser am Ostufer des Mondsees · Bild: Thomas Ledl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 at

Wo du starten kannst

Öffentlich beschrieben sind vor allem Taucheinstiege am Südufer:

  • Tauchclub Salzburg: Ein Einstieg liegt auf dem Gelände des Tauchclubs Salzburg – frag dort vorher nach.
  • Gasthaus Plomberg: Ein weiterer Einstieg liegt beim Gasthaus Plomberg an der Bundesstraße Richtung St. Gilgen.
  • Tauchbasis Koralle: In Mondsee-St. Lorenz. Hier bekommst du aktuelle Infos zu Einstiegen und Bedingungen.

Der See gehört einer Privatperson. Baden und Bootfahren im Rahmen des Gemeingebrauchs sind erlaubt, private Nutzungen wie Stege und Bojen laufen über Pachtverträge. Nutze deshalb öffentliche Zugänge und frag bei privaten Grundstücken immer nach.

Regeln und Rücksicht

  • Boote: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind auf dem Mondsee ganzjährig verboten. Ausgenommen ist nur die gewerbliche Schifffahrt mit höchstens acht Fahrzeugen. Schutzzonen sind vom 1. Mai bis 30. September für Fahrzeuge und Schwimmkörper jeder Art gesperrt (Oö. Seen-Verkehrsverordnung).
  • UNESCO-Pfahlbauten: An den Fundstellen See, Mooswinkel und Scharfling gilt seit 2024 Ankerverbot und ein Verbot, Anker, Trossen oder Ketten schleifen zu lassen (Denkmalschutzgesetz, Strafen bis 50.800 Euro). Die Fundstelle See ist zudem Tauchverbotszone. Mit der Drohne gilt: Diese Bereiche meidest du komplett.
  • Privatsee: Die Eigentümerin hat 2025 alle Pachtverträge für rund 150 Bojen, Stege und Bootshäuser gekündigt und will den See nachhaltig bewirtschaften. Gewerbliche Nutzungen ohne Erlaubnis sind nicht erlaubt – das betrifft auch bezahlte Filmaufträge.
  • Was heißt das für ROVs?: Eine eigene Regel für Unterwasserdrohnen gibt es nicht. Die Seen-Verkehrsverordnung verbietet aber „Tauchboote“ und erlaubt Schwimmkörper mit Maschinenantrieb nur mit Elektroantrieb bis 100 Watt. Ob das für eine Unterwasserdrohne gilt, ist nicht geklärt – frag im Zweifel bei der Behörde nach.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Österreich keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Gemeinde, der Seeeigentümerin oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Ohne Licht kannst du den Mondsee vergessen: Schalte die Scheinwerfer deiner Drohne schon ab wenigen Metern ein.
  • Die Sicht schwankt stark – an klaren Tagen im Herbst oder Winter hast du die besten Chancen.
  • Wenn du die Pfahlbauten sehen willst: Das Kuratorium Pfahlbauten bietet begleitete Tauchexkursionen an. Die Drohne bleibt dabei an Land.
  • Im Sommer ist das Oberflächenwasser warm, darunter wird es schnell kalt – plane Akkureserve ein.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Mondsee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Mondsee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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