Tauchorte · Bayern

Starnberger See mit der Unterwasserdrohne: Steilwand und Schutzzonen

Vor den Toren Münchens fällt der Starnberger See an seinem Ostufer steil in die Tiefe – ein Klassiker für Taucher. Für deine Drohne gibt es viel zu sehen, aber auch einige Zonen, in denen du nichts verloren hast.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Luftbild des Starnberger Sees, Blick von Süden
Luftbild des Starnberger Sees, Blick von Süden · Bild: Carsten Steger, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Einer der tiefsten Seen Deutschlands, bis rund 128 m tief
  • Steilwand bei Allmannshausen fällt bis etwa 70 m ab
  • Im Sommer oft trüb, im Winter deutlich klarer
  • 100 m Abstand zu Dampferstegen, Laichschongebiete mit gelben Bojen
  • Roseninsel ist UNESCO-Welterbe: Abstand halten

Steckbrief

Flächerund 56 km²
Seehöhe584 m
Größte Tieferund 128 m
Mittlere Tieferund 53 m
Sichttiefeim August im Mittel nur etwa 3 m, im Februar bis etwa 13 m (Messreihe 1978/79); Taucher berichten in der Tiefe oft von besserer Sicht
Wassertemperaturan der Oberfläche im August um 19 °C, in der Tiefe ganzjährig um 4 °C
EigentümerFreistaat Bayern, verwaltet von der Bayerischen Schlösserverwaltung
SchutzstatusRamsar-Gebiet seit 1976, Natura-2000-Gebiet
Eignung für ROVsgut – tiefe Steilwand und klares Winterwasser, aber viele Schutzzonen und dichter Bootsverkehr

Was du unter Wasser siehst

Der Starnberger See ist einer der bekanntesten Tauchseen Bayerns. Das Westufer ist eher flach, die spannenden Plätze liegen am Ostufer.

  • Steilwand Allmannshausen: Der bekannteste Tauchplatz am See. Die Wand beginnt in etwa 12 m Tiefe und fällt bis rund 70 m ab. Taucher berichten von Aalen in Felslöchern um 20 m und großen Hechten im Flachen. Für deine Drohne ideal, um an der Wand entlang in die Tiefe zu fliegen.
  • Flachwasser am Westufer: Weniger dramatisch, aber gut zum Üben: flache Zonen mit Hecht, Barsch und Renken. Achte hier besonders auf Badegäste und Boote.
  • Roseninsel (nur von oben): Rund um die Insel bei Feldafing liegen Reste von Pfahlbausiedlungen von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit. Die Fundstelle ist seit 2011 UNESCO-Welterbe und Bodendenkmal – kein Ziel für deine Drohne.
Roseninsel bei Possenhofen im Starnberger See
Roseninsel bei Possenhofen im Starnberger See · Bild: Allie_Caulfield, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Wo du starten kannst

Etwa 20 km des rund 49 km langen Ufers sind öffentlich zugänglich, der Rest ist privat.

  • Allmannshausen (Ostufer, Gemeinde Berg): Einstieg über die Ostuferstraße. Laut Tauchern brauchst du besonders an Sommerwochenenden eine Zufahrtsgenehmigung, sonst droht ein Bußgeld. Die Genehmigung gibt es über Tauchbasen oder das Landratsamt Starnberg.
  • Öffentliche Badeplätze: Für erste Flüge im Flachen eignen sich die öffentlichen Uferabschnitte. Starte dort nur, wenn wenig Badebetrieb ist.

Rund um den See gibt es Tauchbasen, zum Beispiel in Berg. Dort bekommst du aktuelle Infos zu Zufahrt und Parken – frag nach, bevor du mit Drohne und Kabel anrückst.

Regeln und Rücksicht

  • Dampferstege: Im Umkreis von 100 m um die Anlegestellen der Fahrgastschiffe sind Baden und Tauchen untersagt. Starte deine Drohne dort nicht.
  • Laichschongebiete: Die Gebiete sind mit gelben Bojen markiert. Vom 1. April bis 15. November ist dort jeglicher Aufenthalt verboten.
  • Vogelschutz: Das Vogelschutzgebiet St. Heinrich und das Naturschutzgebiet Karpfenwinkel dürfen ganzjährig nicht befahren werden. Im Naturschutzgebiet am Ostufer zwischen Allmannshausen und Ammerland sind Baden, Tauchen und Befahren verboten.
  • Roseninsel: Der Flachwasserbereich ist Bodendenkmal und UNESCO-Welterbe. Kiel- und Motorboote dürfen nicht heranfahren oder ankern, ins Wasser gehen von der Insel ist verboten. Halte mit der Drohne großen Abstand.
  • Boote und Taucher: Für Motorboote gibt es nur 255 private Genehmigungen, dazu Segler und Fahrgastschiffe. Für Taucher gilt eine Allgemeinverfügung; an der Steilwand nennen Taucher 40 m als Grenze für Pressluft und ein Nachttauchverbot ab einer Stunde nach Sonnenuntergang.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Bayern keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Bayerischen Schlösserverwaltung, dem Landratsamt Starnberg oder der Wasserschutzpolizei nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Plane deine Flüge für Herbst und Winter: Dann ist das Wasser deutlich klarer als im Sommer.
  • An der Steilwand reicht ein 100-Meter-Kabel für die interessanten Bereiche. Die volle Tiefe von über 120 m schaffen die meisten Hobbydrohnen nicht.
  • Unter der Sprungschicht wird es schnell um die 4 °C kalt – das kostet Akkulaufzeit.
  • Achte auf gelbe Bojen und Taucherflaggen. Taucher haben an der Wand Vorrang.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Starnberger See? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Starnberger See etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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