Praxis · Fortgeschritten

Fahren bei Strömung: So behältst du die Kontrolle

Im Badesee ist alles ruhig. In Flüssen, Meerengen oder bei Wind sieht das anders aus. So schätzt du ein, was deine Drohne schafft – und wie du sie sicher zurückholst.

7 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
FIFISH V6 Expert mit Greifarm-Zubehör
Bei Strömung müssen die Antriebe ständig gegenhalten · Bild: QYSEA

Strömung ist der häufigste Grund, warum eine Drohne nicht dorthin kommt, wo ihr Pilot sie haben möchte. Im schlimmsten Fall treibt sie ab, das Kabel verhakt sich, und der Rückweg kostet mehr Akku als gedacht. Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Technik passiert das selten.

Was die Hersteller angeben

Strömung wird in Knoten angegeben. Ein Knoten entspricht etwa 0,5 Metern pro Sekunde, also ungefähr einem gemütlichen Schritttempo.

ModellHerstellerangabe
FIFISH V-EVOStrömung bis 2 Knoten, Höchstgeschwindigkeit 3 Knoten
FIFISH V6 ExpertHöchstgeschwindigkeit 3 Knoten
Chasing M2Höchstgeschwindigkeit 1,5 m/s (3 Knoten)
Chasing DoryHöchstgeschwindigkeit 1,5 Knoten
Chasing Gladius Mini Skeine offizielle Angabe

Wichtig: Die Höchstgeschwindigkeit ist nicht dasselbe wie die Strömung, gegen die eine Drohne sicher ankommt. Plane immer mit deutlicher Reserve. QYSEA schließt Schäden durch „starke Strömung oder große Wellen“ übrigens ausdrücklich von der Garantie aus.

Drohne mit Kabel knapp über dem Grund
Das Kabel bietet der Strömung viel Angriffsfläche · Bild: QYSEA

Der unterschätzte Gegner: das Kabel

Bei Strömung zieht nicht nur das Wasser an der Drohne, sondern vor allem am Kabel. Je mehr Kabel im Wasser hängt, desto größer die Fläche, an der die Strömung angreift – und desto stärker wird die Drohne zurückgezogen. Deshalb gilt:

  • So wenig Kabel wie möglich abrollen. Lass nur so viel ins Wasser, wie du gerade brauchst.
  • Kabel führen statt treiben lassen. Halte das Kabel in der Hand und gib Länge kontrolliert nach.
  • Hindernisse meiden. Bojen, Ankerketten und Wasserpflanzen sind bei Strömung echte Kabelfallen.
Nahaufnahme der Antriebe unter Wasser
Mehr Antriebe heißt mehr Kontrolle in alle Richtungen · Bild: QYSEA

Fahrtechnik

  1. Gegen die Strömung starten. So hast du auf dem Rückweg die Strömung im Rücken und sparst Akku.
  2. Tief fahren. In Bodennähe ist die Strömung oft schwächer als an der Oberfläche.
  3. Halte-Funktionen nutzen. Tiefen- und Kurs-Lock (bei der Gladius Mini S laut Händlerangaben) oder AI Vision Lock (FIFISH V-EVO) entlasten dich beim Filmen.
  4. Im Meer das Stillwasser abwarten. Rund um den Gezeitenwechsel ist die Strömung am schwächsten.
  5. Erst testen, dann tauchen. Fahr in Ufernähe ein paar Meter gegen die Strömung und beobachte, wie viel Leistung die Drohne braucht.

Sicherheit und Akku

Bei Strömung verbrauchen die Motoren deutlich mehr Strom. Die Laufzeit-Angaben der Hersteller beziehen sich auf ruhiges Wasser. Chasing empfiehlt, unter 25 Prozent nicht mehr zu tauchen – bei Strömung solltest du schon früher umkehren. Und tauche nie dort, wo Schiffe fahren: Neben der Gefahr für deine Drohne kann ein Kabel im Fahrwasser auch andere gefährden.

Im Video

Wie Halte-Funktionen bei Strömung helfen, zeigt QYSEA in diesen offiziellen Videos:

Offizielles Video von QYSEA (YouTube)
Offizielles Video von QYSEA (YouTube)
Praxistipp zum Schluss

Befestige eine kleine Markierung, etwa ein Stück farbiges Klebeband, alle zehn Meter am Kabel. So siehst du jederzeit, wie viel Kabel im Wasser ist, und kannst einschätzen, wie stark die Strömung gerade zieht.

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