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Chiemsee mit der Unterwasserdrohne: Bayerisches Meer mit Schutzzonen

Der Chiemsee ist der größte See Bayerns – und für Taucher erstaunlich unerschlossen. Mit der Drohne kannst du viel entdecken, wenn du die Schutzzonen kennst und Badegäste nicht störst.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Chiemsee bei Prien mit Blick auf die Chiemgauer Alpen
Chiemsee bei Prien mit Blick auf die Chiemgauer Alpen · Bild: -wuppertaler, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Auf einen Blick
  • Größter See Bayerns, rund 80 km², bis 73 m tief
  • Keine Allgemeinverfügung fürs Tauchen – Taucher brauchen eine Einzelgenehmigung
  • Am Seegrund wurden mehrere historische Einbäume gefunden
  • Gelbe Bojen markieren Schutzzonen, vor allem an der Tiroler Achen
  • Motorboote nur in eng begrenzten Ausnahmefällen

Steckbrief

Flächerund 80 km²
Seehöhe518 m
Größte Tiefe73–74 m (je nach Quelle)
Mittlere Tieferund 26 m
Wassertemperaturim Jahresmittel nur etwa 7–8 °C; im Sommer an der Oberfläche deutlich wärmer
EigentümerWasserfläche Freistaat Bayern, verwaltet von der Bayerischen Schlösserverwaltung
SchutzstatusRamsar-Gebiet seit 1976, Natura-2000-Gebiet, Naturschutzgebiet „Mündung der Tiroler Achen“
Eignung für ROVsmittel – viel Platz und ruhiges Wasser ohne Motorboote, aber kaum dokumentierte Tauchplätze, große Schutzzonen und viel Badebetrieb

Was du unter Wasser siehst

Bekannte Tauchplätze mit Beschreibung haben wir am Chiemsee nicht gefunden – das liegt auch daran, dass Tauchen hier nicht allgemein freigegeben ist. Spannend ist der See trotzdem.

  • Historische Einbäume: Aus dem Chiemsee sind sechs Einbäume oder Teile davon bekannt. Einer wurde 2003 im Kailbacher Winkel in 12 m Tiefe entdeckt und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Solche Funde sind Fachleuten vorbehalten – wenn du etwas Auffälliges siehst, filme es und melde es, statt es anzufassen.
  • Flachwasser und Schilfzonen: Weite Flachwasserbereiche mit Wasserpflanzen sind gut zum Üben. Gerade hier liegen aber oft auch die Ruhezonen für Vögel – halte dich an freigegebene Badeplätze.
  • Fische: Im See leben unter anderem Renken und der seltene Perlfisch. Fahr ruhig und verfolge keine Fische, vor allem nicht an Laichplätzen.
Fahrgastschiff der Chiemsee-Schifffahrt
Fahrgastschiff der Chiemsee-Schifffahrt · Bild: Raboe001, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo du starten kannst

Rund um den See gibt es zahlreiche öffentliche Strandbäder, Parkplätze und Anlegestellen der Chiemsee-Schifffahrt in Prien und Gstadt.

  • Öffentliche Badeplätze: Für deine Drohne sind öffentliche Strandbäder der naheliegende Start. Flieg dort nur außerhalb des Badebetriebs, also früh morgens oder in der Nebensaison.
  • Anlegestellen: An den Stegen der Fahrgastschiffe in Prien, Gstadt und auf den Inseln hast du nichts verloren. Laut Bayerischer Schifffahrtsordnung darf im Umkreis von 100 m um Anlegestellen die Schifffahrt nicht behindert werden.

Viel Ufer ist privat oder Schutzgebiet. Bevor du ein neues Ufer ausprobierst, frag vor Ort nach – bei der Gemeinde oder der Außenstelle Chiemsee der Schlösserverwaltung.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchen: Für den Chiemsee gibt es keine Allgemeinverfügung zum Tauchen. Taucher müssen sich direkt ans Landratsamt Traunstein wenden. Deine Drohne ist kein Taucher – zeigt aber, dass Unterwasser-Aktivitäten hier nicht einfach so freigegeben sind.
  • Naturschutzgebiet Tiroler Achen: Im Mündungsdelta der Tiroler Achen am Südufer bei Grabenstätt liegt das Naturschutzgebiet. Die Kernzone zwischen Lachsgang und Hirschauer Bucht darf nicht betreten werden, im Winter markieren gelbe Bojen die Grenze. Verstöße können mehrere Tausend Euro kosten.
  • Ganzjährige Ruhezonen: Weitere Ruhezonen gibt es unter anderem bei Esbaum, an der Herreninsel und beim Greamandlweiher. Gelbe Bojen bedeuten: Hier startest du nicht.
  • Boote: Boote mit Verbrennungsmotor sind nur in eng begrenzten Ausnahmefällen erlaubt, neue Bojenplätze werden nicht vergeben. Segler, Surfer und Fahrgastschiffe sind aber viel unterwegs.
  • Fischerei: Es gibt geschützte Laichplätze. Komm Fischern und ihren Netzen nicht in die Quere.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Bayern keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Bayerischen Schlösserverwaltung (Außenstelle Chiemsee), dem Landratsamt Traunstein oder Rosenheim oder der Wasserschutzpolizei nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Gelbe Bojen sind am Chiemsee Schutzzonen-Markierungen – halte mit Drohne und Boot Abstand.
  • Der See ist groß und windanfällig. Starte vom Ufer und lass das Kabel nicht durch Fahrrinnen der Segler laufen.
  • Siehst du am Grund Holzreste oder Keramik, filme nur und melde den Fund beim Landesamt für Denkmalpflege.
  • Nimm im Sommer frühe Morgenstunden: weniger Badegäste, weniger Wellen.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Chiemsee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Chiemsee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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