Tauchorte · Hessen

Edersee mit der Unterwasserdrohne: versunkene Dörfer, wechselnder Pegel

Unter dem Edersee liegen Mauern, Brücken und die Reste ganzer Dörfer – ein Traumziel für jede Unterwasserdrohne. Doch der Pegel schwankt so stark, dass die Ruinen im Spätsommer oft trocken liegen.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Blick von Bringhausen über den Edersee mit Liebesinsel und Halbinsel Scheid
Blick von Bringhausen über den Edersee mit Liebesinsel und Halbinsel Scheid · Bild: Andreas Eichler, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Stausee mit Resten der Dörfer Berich, Asel und Bringhausen
  • Bei Vollstau bis knapp 42 m tief, im Spätsommer oft über 20 m weniger
  • Getaucht werden darf nur in zwei Tauchzonen westlich von Waldeck
  • Sicht meist nur wenige Meter
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee grenzt im Süden an

Steckbrief

Fläche11,8 km² bei Vollstau
Seehöhe244,97 m ü. NHN bei Vollstau
Größte Tiefe41,7 m vor der Staumauer im Normalbetrieb
Stauinhalt199,3 Mio. m³
Sichtweitelaut Tauchern meist 3 bis 4 m
EigentümerBund, betrieben vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser
Eignung für ROVsmittel – spannende Ruinen, aber trübes Wasser, stark schwankender Pegel und unklare Regeln in den Tauchzonen

Was du unter Wasser siehst

Für den Stausee wurden um 1914 mehrere Dörfer aufgegeben. Ihre Reste machen den Edersee für Taucher und Drohnenpiloten besonders.

  • Berich: Die Reste des Dorfes liegen in der Tauchzone 1 unterhalb von Waldeck. Taucher berichten von Mauern, einer Klostermauer und einer Brücke.
  • Aseler Brücke: Die Steinbrücke von 1887 bis 1890 liegt normalerweise unter Wasser. Bei Niedrigwasser kannst du sie zu Fuß überqueren.
  • Alt-Bringhausen und Bericher Hütte: Weitere Dorfreste und eine Eisenhütte aus dem 18. Jahrhundert tauchen bei niedrigem Pegel auf.
  • Fische: Barsch und Zander, gelegentlich Wels und Quappe. Taucher berichten auch von einem versunkenen Boot.
Staumauer der Edertalsperre, vom Uhrenkopf aus gesehen
Staumauer der Edertalsperre, vom Uhrenkopf aus gesehen · Bild: Membeth, Wikimedia Commons, CC0

Wo du starten kannst

Die erlaubten Tauchzonen liegen westlich unterhalb von Waldeck:

  • Tauchzone 1: See-km 31,80 bis 33,10, mit den Resten von Berich. Mit Bojen und Schildern markiert.
  • Tauchzone 2: See-km 35,30 bis 36,00.

In der Nähe gibt es zwei Tauchbasen, darunter eine in der Bärenbucht. Die Tauchzonen sind für Wasserfahrzeuge aller Art gesperrt. Ob eine Unterwasserdrohne als Wasserfahrzeug zählt, regelt die Verordnung nicht ausdrücklich. Frag vorher beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser nach und stimm dich mit anwesenden Tauchern ab.

Regeln und Rücksicht

  • Talsperrenverordnung: Am Edersee gilt eine eigene Bundesverordnung. Sporttauchen ist nur in den zwei markierten Tauchzonen erlaubt. Vor der Staumauer liegt ein Sperrbereich, dort ist auch Baden verboten.
  • Boote: Motorboote mit Verbrennungsmotor sind verboten. In den Tauchzonen ist jeder Bootsverkehr untersagt.
  • Niedrigwasser: Fahrzeuge dürfen im Stauraum nicht geparkt werden, Zelten und Feuer sind dort verboten. Das gilt auch, wenn der Grund trocken liegt.
  • Fischerei: Fischereiberechtigt ist der Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee. Vom 1. März bis 31. Mai gelten markierte Laichschonzonen, Boote halten mindestens 30 m Abstand. Beim Naturschutzgebiet Ederseeufer bei Herzhausen sind Uferbereiche gesperrt.
  • Ruinen: Die Mauerreste sind empfindlich und werden aufwendig gesichert. Berühre sie nicht mit der Drohne und wirble keinen Schlamm auf.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Deutschland keine eigenen Regeln, und die Talsperrenverordnung erwähnt sie nicht. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser, beim Naturpark Kellerwald-Edersee oder bei der Gemeinde nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Prüf vor der Anfahrt den aktuellen Pegel. Im Hochsommer 2026 lag der See zeitweise rund 22 m unter Vollstau – dann liegen viele Ziele trocken.
  • Die beste Zeit ist meist das Frühjahr, wenn der See voll ist.
  • Bei 3 bis 4 m Sicht hilft Licht an der Drohne. Fliege langsam und dicht über den Mauern, ohne den Grund zu berühren.
  • Der Grund ist schlammig. Wenn du aufsetzt, ist die Sicht sofort weg.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Edersee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Edersee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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