Tauchorte · Steiermark / Niederösterreich

Erlaufsee mit der Unterwasserdrohne: Bäume, Plattformen und Hechte

Der Erlaufsee liegt auf 827 m direkt an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark, nur wenige Kilometer von Mariazell. Er ist ein fischreicher Bergsee mit überfluteten Bäumen, Übungsplattformen und einer Steilwand – ein kompaktes Revier für deine Unterwasserdrohne.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Der Erlaufsee aus der Luft, Blick von Osten
Der Erlaufsee aus der Luft, Blick von Osten · Bild: Carsten Steger, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Bis 38 m tief, auf 827 m Seehöhe
  • Highlights: Plattformen in 6, 9 und 12 m, überflutete Bäume, Hechtwiese, Steilwand
  • Tauchzone am Westufer, Tauchkarte nötig (bei der Basis)
  • Eigentümer: Österreichische Bundesforste
  • ROV-Regeln: keine Angaben gefunden – Scooter waren laut älterem Bericht verboten, also vorher fragen

Steckbrief

Flächeca. 58 ha
Seehöhe827 m ü. A.
Größte Tiefe38 m (Mittel ca. 21 m)
Sichtweitebis ca. 9–15 m, an Sprungschichten und nach Regen deutlich weniger
Wassertemperaturim Sommer an der Oberfläche um 17–19 °C, in der Tiefe meist 6–10 °C
EigentümerÖsterreichische Bundesforste AG
Eignung für ROVsmittel – nahe Ziele in 6–12 m, aber schlammiger Grund trübt schnell ein

Was du unter Wasser siehst

Getaucht wird am Westufer in einer mit Schildern markierten Zone. Der Grund ist schlammig bis lehmig, dazwischen liegen versunkene Bäume. Den Erlaufsee machen vor allem seine Fische aus: Hechte, Barsch- und Rotaugenschwärme lassen sich mit der Kamera gut beobachten.

  • Übungsplattformen: Rechts vom Einstieg an Harry's Steg liegen Plattformen in 6, 9 und 12 m Tiefe – gute Fixpunkte für die Orientierung.
  • Überflutete Bäume: Am schlammigen Seegrund liegen Bäume, die zwischen Fischen und Wasserpflanzen ein gutes Motiv abgeben.
  • Hechtwiese: Ein Bereich mit Laichkraut und Armleuchteralgen, in dem viele und teils große Hechte stehen.
  • Sedimenthöhlen: In 5–10 m Tiefe haben sich im Sediment kleine Höhlen und Kanten gebildet.
  • Steilwand: Neben den Bäumen wird auch eine steile Wand als Tauchziel genannt; genaue Tiefen haben wir nicht gefunden.

Wo du starten kannst

Es gibt zwei gängige Einstiege, beide am steirischen Westteil des Sees.

  • Harry's Steg (Südwest): Holzsteg mit Einstieg, unbefestigter Parkplatz mit Kettenschranke; der Steg kostete laut Bericht von 2013 8 € pro Taucher.
  • Zweiter Einstieg (Südost, Strandbad-Bereich): befestigter Parkplatz mit Parkautomat, Holzsteg und ordentliche Toiletten, Steg frei nutzbar.
  • Tauchbasis Neptun: am Alpenbad Mitterbach/Erlaufsee, Mai bis Oktober täglich geöffnet.

Laut Taucherberichten brauchst du eine Tauchkarte, die du an der Tauchbasis bekommst; Preise haben wir nicht aktuell gefunden. Nacht- und Eistauchgänge brauchen die Genehmigung der Bundesforste. Weil der See auf 827 m liegt, gelten Bergseeregeln für Tauchcomputer und Aufstieg.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchzone: Getaucht wird am Westufer im markierten Bereich; an Harry's Steg nur links, rechts liegt Schrott.
  • Drohnen/ROVs: Keine Angaben gefunden. Ein Bericht von 2004 nennt ein Scooterverbot – kläre deshalb vorab mit Basis oder Bundesforsten, ob eine Drohne erlaubt ist.
  • Schonzeit: Laut älterem Bericht war vom 1. November bis 1. März vom Südwesteinstieg nur die Richtung Osten erlaubt; aktuelle Regeln vor Ort erfragen.
  • Nachttauchen: Früher nur freitags und samstags mit Anmeldung, maximal zehn Personen und Ausstieg bis 22 Uhr.
  • Boote: Am See werden Tret-, Elektro- und Ruderboote sowie SUPs verliehen – achte auf Bootsverkehr über deiner Drohne.
Wichtig

Eine eigene gesetzliche Regel speziell für Unterwasserdrohnen haben wir für Österreich nicht gefunden – entscheidend sind deshalb die Vorgaben des Seeeigentümers, der Tauchbasis bzw. Bewirtschafter, der Fischerei und eventuelle Schutzgebiete. Der Erlaufsee gehört den Österreichischen Bundesforsten, die Nacht- und Eistauchgänge eigens genehmigen und laut älteren Berichten Kontrollen durchführen. Da schon Unterwasser-Scooter verboten waren, frag vor jedem ROV-Einsatz bei der Tauchbasis oder den Bundesforsten nach.

Tipps für deine Drohne

  • Nutze die Plattformen an Harry's Steg als Fixpunkte – so findest du auch bei mäßiger Sicht zurück.
  • Bleib über dem schlammigen Grund auf Abstand, sonst ist die Sicht nach wenigen Sekunden weg.
  • Rechne mit Sprungschichten bei etwa 7 und 13 m, an denen die Sicht kurz einbricht.
  • Fahre an der Hechtwiese langsam: Hechte bleiben oft stehen und lassen die Kamera nah heran.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Erlaufsee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist hier etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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