Tauchorte · Tirol

Plansee mit der Unterwasserdrohne: Kutschen, Boote und klares Wasser

Der zweitgrößte See Tirols liegt auf fast 1000 Metern Höhe bei Reutte und ist bei Tauchern für klares Wasser und versunkene Kutschen bekannt. Hier erfährst du, wo du starten kannst und was du vorher klären solltest.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Türkisfarbener Plansee in den Ammergauer Alpen
Türkisfarbener Plansee in den Ammergauer Alpen · Bild: Mateus2019, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 de
Auf einen Blick
  • Bis 78 m tief, auf rund 973–976 m Seehöhe, verbunden mit dem Heiterwanger See
  • Versunkene Kutsche, Heuwagen und Boote schon ab etwa 13 m Tiefe
  • Für Taucher ist eine Tauchgenehmigung nötig, erhältlich am See
  • Der See ist Speicher für das Elektrizitätswerk Reutte – der Wasserspiegel schwankt
  • Keine eigenen Regeln für Unterwasserdrohnen

Steckbrief

Fläche2,87 km²
Seehöherund 973–976 m
Größte Tiefe78 m (zwei Becken mit 78 und 72 m)
Sichtweitelaut Tirol Werbung bis zu 15 m; Taucher berichten je nach Platz und Jahreszeit von 2–7 m im Flachen bis über 20 m
Wassertemperaturim Sommer an der Oberfläche maximal 23 °C; in 18–21 m Tiefe laut Taucherbericht 6–7 °C
EigentümerLand Tirol (Seeverwaltung)
Eignung für ROVsgut – oft klares Wasser und viele Ziele in Ufernähe, aber Tauchgenehmigung und schwankender Wasserstand

Was du unter Wasser siehst

Der Plansee ist ein klassischer Taucher-See mit Einstiegen am Nordufer. Viele Objekte liegen in Tiefen, die auch eine Einsteigerdrohne locker erreicht.

  • Am Planseecamp: Der Hausplatz der Tauchbasis: Felsen, Holzbalken und Wracks von Booten, Autos und alten Kutschen. Taucher nennen eine Holzkutsche in etwa 18 m, ein gesunkenes Segelboot in 21 m, ein altes Ruderboot und einen Holzschlitten.
  • Hotel Forelle: Zügig abfallend bis etwa 35 m. In rund 15 m steht eine versenkte Kutsche, dazu gibt es eine „Krebswand“.
  • Kutsche, Heuwagen, Ruderboot: Laut PADI liegen eine Kutsche in 13 m, ein Heuwagen in 15 m und ein Ruderboot in etwa 22 m. Die Angaben verschiedener Taucher unterscheiden sich je nach Platz um einige Meter.
  • Fische und Krebse: Aale, Forellen, Saiblinge und Barsche werden regelmäßig gesichtet. Die Krebse zeigen sich vor allem nachts im Seegras.
Kiesufer am Plansee mit Bergkulisse
Kiesufer am Plansee mit Bergkulisse · Bild: eugen-de, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo du starten kannst

Die bekannten Einstiege liegen an der Straße von Reutte/Breitenwang zum See:

  • Planseecamp: Am Plansee 13, 6600 Breitenwang. Vom Parkplatz rund 50 bis 80 m über die Wiese, ein Steg mit Treppe führt ins Wasser. Ein zweiter Einstieg liegt am Parkplatz beim Hundestrand.
  • Hotel Forelle: Am Badestrand rund 60 m hinter dem Hotel an der Zufahrtsstraße, Parkplätze vorhanden.

Am Planseecamp meldest du dich als Taucher an der Basis an und zahlst eine Gebühr. Mit der Drohne gilt: Sag Bescheid, wer du bist und was du vorhast – das spart Diskussionen am Steg. Taucher haben an den Einstiegen Vorrang.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchgenehmigung: Taucher brauchen eine Genehmigung. Laut taucher.net gibt es sie am Hotel Forelle, am Planseecamp und am Campingplatz Sennalpe, dazu Brevet und Adresse. Ob du für eine Drohne eine Genehmigung brauchst, ist nicht geregelt – frag vor Ort nach.
  • Wasserstand: Das Elektrizitätswerk Reutte nutzt den See als Speicher. Im Winterhalbjahr wird er abgesenkt, dazu kommen tägliche Schwankungen. Einstiege und Tiefen können sich dadurch ändern.
  • Boote: Auf dem See fahren Segel- und Ruderboote und das Ausflugsschiff. Fischerboote sind mit einer weißen Fahne gekennzeichnet – halte Abstand, damit dein Kabel nicht in Schnüre gerät.
  • Fischerei: Die Fischerei verwaltet die Seeverwaltung des Landes Tirol. Schonzeiten gelten zum Beispiel für die Renke (1. November bis 15. März) und den Seesaibling (1. Oktober bis 15. März). Eigene Tauch- oder Drohnenverbote in Laichzonen haben wir nicht gefunden – stör die Fische trotzdem nicht am Grund.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Österreich keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Gemeinde, der Seeverwaltung des Landes Tirol oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Starte am Planseecamp: Die Objekte liegen zwischen etwa 13 und 22 m – ideal für die ersten Fahrten.
  • Die Sicht schwankt stark. Flach ist es oft trüber, weiter unten wird es klarer – fahr die Drohne zügig durch.
  • Schon in 20 m ist das Wasser nur 6 bis 7 °C kalt. Das kostet Akku, plane eine Reserve ein.
  • Wirbel am Grund keinen Schlamm auf – sonst ist die Sicht für dich und die Taucher hinter dir weg.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Plansee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

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