Tauchorte · Sachsen

Steinbruch Wildschütz mit der Unterwasserdrohne: Flugzeug, Trabi und Unterwasserstation

Der Steinbruchsee Wildschütz bei Mockrehna ist mit rund 74 m das tiefste Gewässer Nord- und Mitteldeutschlands. Zwischen steilen Wänden liegen ein Flugzeug, ein Trabi, ein Kiosk, eine Telefonzelle und alte Steinbruchtechnik. Der See liegt in einem Bergbau-Sperrgebiet und ist nur über die private Tauchschule vor Ort zugänglich.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Der gefüllte Steinbruch Kirchberg bei Wildschütz
Der gefüllte Steinbruch Kirchberg bei Wildschütz · Bild: Radler59, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Größte Tiefe ca. 74 m, offizielles Tauchlimit 40 m
  • Highlights: Flugzeug, Trabi, Kiosk, Telefonzelle, Aufzugsschacht, Unterwasserstation in 9 m
  • Sicht oben ca. 5 m, in der Tiefe teils deutlich besser
  • Bergbau-Sperrgebiet: Zugang nur über die Tauchschule Buder
  • Drohnenregel: keine Angaben gefunden – nur nach Genehmigung der Basis

Steckbrief

Flächekeine Angaben gefunden
Seehöhekeine Angaben gefunden
Größte Tiefeca. 74 m (Tauchbasis: rund 75 m)
Sichtweiteoben ca. 5 m, unterhalb der Sprungschicht teils 10–20 m; Durchschnitt laut duikersgids ca. 7 m
Wassertemperaturunter ca. 16 m rund 4 °C
EigentümerPrivat; Betrieb durch die Tauchschule Buder (Volker Buder)
Eignung für ROVsmittel – spannende Objekte, aber viele liegen tief und es wird ab 30 m dunkel; Einsatz nur mit Erlaubnis der Basis

Was du unter Wasser siehst

Im ehemaligen Steinbruch Kirchberg ist alte Abbautechnik erhalten geblieben, dazu kommen zahlreiche versenkte Objekte. Viele Ziele liegen tiefer als 20 m – für Drohnen mit langem Kabel und guter Beleuchtung ideal, für kleinere Modelle eher am Limit.

  • Unterwasserstation: In etwa 9 m Tiefe steht eine aktive Unterwasserstation – ein gut erreichbares und ungewöhnliches Ziel.
  • Flugzeug: Ein im See verankertes Flugzeug; Taucher nennen etwa 20 m, eine andere Quelle 50 m Tiefe – frag vor Ort nach der aktuellen Position.
  • Aufzugsschacht: Ein großer Lastenaufzug aus der Abbauzeit beginnt bei etwa 30 m und reicht über 40 m hinab.
  • Kiosk und Sprengstoffkammer: Ein Kiosk-Häuschen liegt in rund 35 m, die Oberkante einer Munitions- bzw. Lagerkammer in etwa 25 m Tiefe.
  • Trabi, Telefonzelle, Motorrad und Lore: Weitere markierte Objekte, deren Tiefen wir in den Quellen nicht gefunden haben.
  • Unterwasserwald: Große Bäume reichen bis etwa 15 m hinunter.

Wo du starten kannst

Es gibt nur einen Zugang: über das Gelände der Tauchschule direkt am Steinbruch.

  • Tauchschule Buder, Kobershainer Str. 2, 04862 Mockrehna OT Wildschütz: Parken am Gelände, nur wenige Schritte zum Steg mit Treppe ins Wasser.

Geöffnet laut taucher.net Mittwoch bis Sonntag (Sommer 10–20 Uhr, Winter 10–18 Uhr). Für Taucher fällt eine Tagesgebühr an; aktuelle Preise und eine mögliche Regelung für ROV-Piloten erfragst du direkt bei der Basis (Tel. 034244 55919). Eine Voranmeldung wird empfohlen.

Regeln und Rücksicht

  • Zugang: Das Gelände ist Bergbau-Sperrgebiet; betreten und betaucht werden darf es nur über die private Tauchschule.
  • Drohnen/ROVs: Eine Regel für Unterwasserdrohnen haben wir nicht gefunden. Setze dein ROV nur nach ausdrücklicher Erlaubnis der Basis ein.
  • Tiefe: Für Taucher gilt ein offizielles Limit von 40 m; tiefere Objekte sind auch für Drohnen anspruchsvoll (Kälte, Dunkelheit, Kabellänge).
  • Rücksicht: Hier tauchen viele technische Taucher und Freitaucher – kläre ab, wann und wo du fliegen kannst, ohne zu stören.
Wichtig

In Deutschland gibt es kein eigenes Gesetz für Unterwasserdrohnen. Entscheidend sind die Regeln des jeweiligen Gewässers: Eigentümer und Betreiber haben das Hausrecht, Gemeinden können Nutzungen per Verordnung oder Satzung regeln, dazu kommen Naturschutz- und Fischereirecht sowie der Persönlichkeitsschutz, wenn Badegäste oder Taucher im Bild sind. Der Steinbruch Wildschütz ist Privatgelände in einem Bergbau-Sperrgebiet. Ohne Zustimmung der Tauchschule darfst du weder das Ufer betreten noch eine Drohne einsetzen. Frag daher vorher bei der Basis an.

Tipps für deine Drohne

  • Starte mit der Unterwasserstation in 9 m – ideal zum Eingewöhnen bei ordentlicher Sicht.
  • Nimm starke Lampen mit: Ab etwa 30 m wird es im Steinbruch dunkel.
  • Lass dir die aktuelle Lage der Objekte von der Basis zeigen; Tiefenangaben in Berichten weichen voneinander ab.
  • Die Kälte in der Tiefe zehrt am Akku – plane kurze Tauchgänge zu tiefen Zielen.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Steinbruch Wildschütz? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist hier etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

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