Tauchorte · Thüringen

Sundhäuser See mit der Unterwasserdrohne: Unterwasserstadt, Bootswracks und ein Stahldrache

Der Sundhäuser See am Südrand des Harzes ist ein ehemaliger Kiesabbau und heute eines der abwechslungsreichsten Tauchgewässer Thüringens. Eine nachgebaute Unterwasserstadt, mehrere Bootswracks, lebensgroße Betonfiguren und ein Drache aus Stahl liegen in Tiefen, die für Unterwasserdrohnen gut erreichbar sind.

6 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Ein Hecht im Sundhäuser See
Ein Hecht im Sundhäuser See · Bild: Lorenz Seebauer, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auf einen Blick
  • Größte Tiefe laut Tauchbasis 31 m (andere Quellen bis ca. 40 m)
  • Highlights: Nordhusia (10–12 m), Charlotte-Wracks (9–23 m), Drache Sundi (6 m)
  • Sicht meist 10–15 m
  • Tauchen nur nach Anmeldung bei der Basis und gegen Gebühr
  • Drohnenregel: in der Tauchordnung nicht erwähnt – vorher mit der Basis absprechen

Steckbrief

Flächeca. 60 ha (rund 1,2 km lang, 600 m breit)
Seehöhekeine Angaben gefunden
Größte Tiefe31 m laut Tauchbasis; andere Quellen nennen 38–40 m
Sichtweitemeist 10–15 m, an stark betauchten Tagen weniger
Wassertemperaturim Frühjahr 3–4 °C; im Sommer an der Oberfläche um 17–19 °C, in 20 m um 9–10 °C
Eigentümerkeine Angaben gefunden; Tauchbetrieb durch Action Sport / Tauchsportzentrum Nordhausen
Eignung für ROVsgut – viele markierte Objekte zwischen 6 und 23 m und gute Sicht; Einsatz nur in Absprache mit der Basis

Was du unter Wasser siehst

Kaum ein deutscher Binnensee hat so viele gezielt angelegte Attraktionen. Die Tauchbasis hat über Jahre Boote versenkt, eine historische Stadt nachgebaut und Kunstwerke installiert. Einige Wracks sind mit Bojen markiert – das erleichtert dir die Orientierung.

  • Nordhusia: Nachbau von Teilen der alten Reichsstadt Nordhausen auf rund 400 m² in 10–12 m Tiefe, mit Türmen, Stadtmauer, Fachwerkhäusern, Kirche und Figuren; gebaut 2011–2015. Darin liegt auch das Wrack Charlotte IV.
  • Charlotte I: 6 m langes Kajütboot in etwa 14 m Tiefe, westlich vom Ponton an Einstieg 2.
  • Charlotte II: 9 m langes Kajütboot, im September 2007 versenkt; steht aufrecht in rund 23 m Tiefe, mit Boje markiert.
  • Charlotte III: 14 m langer Kutter, der 2008 von der Ostsee herangeschafft und versenkt wurde; liegt in etwa 21 m Tiefe am Tauchplatz 3 (gelbe Boje).
  • Galileo-Wrack: Boot in rund 9 m Tiefe zwischen Einstieg 1 und 2, 2013 für einen TV-Beitrag versenkt.
  • Kunst im See: Sieben lebensgroße Betonfiguren eines Künstlers, „Menschen unterwegs“, in 8–10 m Tiefe an Einstieg 3.
  • Drache Sundi: 750 kg schwerer Stahldrache, knapp 3 m hoch und lang, seit 2023 in 6 m Tiefe.

Wo du starten kannst

Gestartet wird von den Tauchplätzen der Basis am Uthleber Weg in Nordhausen.

  • Tauchplatz 1: Badeponton direkt an der Basis (Uthleber Weg 27, 99734 Nordhausen), Einstieg über Leiter und Plattform.
  • Tauchplatz 2: Westlicher Bereich mit Ponton – Ausgangspunkt für Charlotte I und den Weg Richtung Nordhusia.
  • Tauchplatz 3/3N: Neuester Zugang über den Uthleber Weg mit Stahlleiter; hier liegen Kunst im See und Charlotte III.

Tauchen ist nur nach Anmeldung bei der Basis und mit Erlaubnis des Personals möglich; die Gebühr wird bei der Anmeldung fällig (aktuelle Höhe bei der Basis erfragen). Für Taucher ist ein gültiges Open-Water-Brevet Pflicht. Kontakt: Action Sport Nordhausen, Tel. 03631 471272.

Regeln und Rücksicht

  • Anmeldung: Ohne Anmeldung und Freigabe durch das Basispersonal kein Wassereinsatz.
  • Drohnen/ROVs: Die Tauchordnung nennt Unterwasserdrohnen nicht. Scooter sind nur an Einstieg 3 Richtung Osten oder im benachbarten Möwensee erlaubt, Verstöße führen zu Hausverbot – kläre daher vorab, ob und wo du dein ROV einsetzen darfst.
  • Sediment: Die flache Bucht soll gemieden werden, damit kein Schlamm aufgewirbelt wird – halte auch mit der Drohne Abstand zum Grund.
  • Wracks: Ausrüstungsteile auf den Wracks sollen unberührt bleiben; Nordhusia nicht ohne Erfahrung durchfahren, um Verhaken zu vermeiden.
Wichtig

In Deutschland gibt es kein eigenes Gesetz für Unterwasserdrohnen. Entscheidend sind die Regeln des jeweiligen Gewässers: Eigentümer und Betreiber haben das Hausrecht, Gemeinden können Nutzungen per Verordnung oder Satzung regeln, dazu kommen Naturschutz- und Fischereirecht sowie der Persönlichkeitsschutz, wenn Badegäste oder Taucher im Bild sind. Am Sundhäuser See bestimmt die Tauchbasis, wer ins Wasser darf. Unterwasserdrohnen sind in der Tauchordnung nicht geregelt, motorisierte Scooter aber nur an bestimmten Stellen erlaubt. Frag daher unbedingt vor dem Einsatz bei Action Sport Nordhausen nach.

Tipps für deine Drohne

  • Nutze die Bojen über Charlotte II und III als Startpunkt – so findest du die Wracks ohne langes Suchen.
  • Fliege nicht in die engen Gassen von Nordhusia: Das Kabel kann sich leicht an Mauern und Figuren verfangen.
  • Die Bodenformationen sind unübersichtlich – ein ROV mit Kompass oder Positionsanzeige hilft enorm.
  • Wähle ruhige Tage oder frühe Uhrzeiten, wenn wenige Taucher Sediment aufwirbeln.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Sundhäuser See? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist hier etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze bietet UDRA an, außerhalb Österreichs auf Anfrage.

Weitere Seen in Österreich