Tauchorte · Salzburg

Zeller See mit der Unterwasserdrohne: Was erlaubt ist und was nicht

Der Zeller See vor der Kulisse der Hohen Tauern ist bis 68 Meter tief und im Sommer angenehm warm. Für Taucher ist er aber stark eingeschränkt – hier erfährst du, was das für deine Unterwasserdrohne bedeutet.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Blick vom Mitterberg auf Zell am See und den Zeller See
Blick vom Mitterberg auf Zell am See und den Zeller See · Bild: Bestzeller, Wikimedia Commons, gemeinfrei
Auf einen Blick
  • Rund 4,5 km² groß, bis 68 m tief, im Schnitt etwa 39 m
  • Im Hochsommer an der Oberfläche bis über 22 °C, im Winter oft zugefroren
  • Die Gemeinde untersagt freies Tauchen im Ortsbereich – Taucher gehen nur mit der Tauchschule ins Wasser
  • Das Südufer ist seit 2023 ganzjährig Laichschonstätte: kein Tauchen, Schwimmen oder Befahren
  • Keine eigenen Regeln für Unterwasserdrohnen – kläre deine Fahrt vorher ab

Steckbrief

Flächerund 4,5 km²
Größte Tieferund 68 m
Mittlere Tieferund 39 m
Wassertemperaturan der Oberfläche im Sommer gemessen von rund 12 °C (Anfang Juni) bis knapp 23 °C (Mitte Juli)
SchutzstatusSüdufer ganzjährig Laichschonstätte (Verordnung der BH Zell am See, seit 15. Juli 2023)
Eignung für ROVsmittel – tief und klar, aber kaum öffentlich dokumentierte Tauchplätze, freies Tauchen im Ortsbereich untersagt und Sperrzone im Süden

Was du unter Wasser siehst

Anders als Attersee oder Achensee hat der Zeller See keine öffentlich beschriebenen Tauchplätze mit Wracks oder Statuen. Was du weißt, kommt vor allem von der örtlichen Tauchschule.

  • Tiefe und Klarheit: Die Tauchschule Zell am See taucht bis etwa 70 m und wirbt mit sehr klarem Wasser. Belastbare Messwerte zur Sichtweite haben wir nicht gefunden.
  • Fische: Laut Tourismusverband lebt im See eine große Vielfalt an Fischen. Die Fischerei ist am Südufer wegen der Laichschonstätte ganzjährig verboten – dort ist der wichtigste Kinderstube-Bereich.
  • Natürlicher Trogtalsee: Der See ist natürlich entstanden und laut Badegewässerprofil in gutem ökologischem und chemischem Zustand.
Zeller See mit dem Grand Hotel in Zell am See
Zeller See mit dem Grand Hotel in Zell am See · Bild: PJMarriott, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Wo du starten kannst

Öffentliche Taucheinstiege sind nicht beschrieben. Für einen Blick mit der Drohne kommen am ehesten öffentliche Badeplätze in Frage – mit Rücksicht auf Badegäste.

  • Strandbad Prielau: Öffentliche Badestelle am Nordufer, betrieben von der Stadtgemeinde Zell am See, Eintritt frei. Im Sommer ist hier viel Badebetrieb – fahr am besten früh am Morgen oder außerhalb der Saison.
  • Tauchschule Zell am See: Beim Seehotel Freiberg in Zell am See, ganzjährig geöffnet. Hier bekommst du am ehesten eine verlässliche Auskunft, wo eine Drohne niemanden stört.

Halte dich vom Südufer fern: Der Bereich ist mit 11 Bojen und einem Steher markiert und das ganze Jahr gesperrt.

Regeln und Rücksicht

  • Tauchen im Ortsbereich: Laut Tourismusverband untersagt die Gemeinde Zell am See freies Tauchen im Ortsbereich. Taucher dürfen nur in Begleitung der Tauchschule ins Wasser.
  • Laichschonstätte Südufer: Seit 15. Juli 2023 ist das Südufer ganzjährig Laichschonstätte (Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Zell am See nach Wasserrechts- und Fischereigesetz). Verboten sind dort unter anderem Befahren mit Wasserfahrzeugen, Baden, Schnorcheln, Tauchen, Befischen und Sportgeräte. Eine Drohne hat dort nichts verloren.
  • Boote: Auf dem See fahren Ausflugsschiffe, Leih-Elektroboote, Segler und Surfer. Halte Abstand und starte nicht in der Nähe von Anlegestellen.
  • Winter: Im Winter bildet sich oft eine dicke Eisdecke. Eis ist kein Startplatz für deine Drohne.
  • Was heißt das für ROVs?: Eine eigene Regel für Unterwasserdrohnen haben wir nicht gefunden. Ob das Tauchverbot im Ortsbereich auch für Drohnen gilt, ist offen. Frag vorher bei der Stadtgemeinde nach – und lass die Laichschonstätte in jedem Fall aus.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Österreich keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Stadtgemeinde Zell am See, der Bezirkshauptmannschaft Zell am See oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Ruf vor der ersten Fahrt bei der Stadtgemeinde oder der Tauchschule an. Eine kurze Nachfrage erspart dir Ärger am Ufer.
  • Fahr außerhalb der Badezeiten – im Sommer sind die öffentlichen Ufer voll mit Schwimmern.
  • Der See ist bis 68 m tief: Achte auf Kabellänge und das Tiefenlimit deiner Drohne.
  • Wenn du einen frei befahrbaren Alpensee mit bekannten Tauchplätzen suchst, sind Attersee oder Weissensee die bessere Wahl.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Zeller See? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Zeller See etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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