Testbericht · Chasing

Chasing Dory im Check

1,1 Kilogramm, kleiner als ein A4-Blatt und um 600 US-Dollar: Die Dory ist die günstigste Unterwasserdrohne von Chasing. Wir schauen, was du dafür bekommst – und wo die Grenzen liegen.

7 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Chasing Dory
Bild: Hersteller
Note4,1ausreichend

Platz 5 in unserer Bestenliste. Kleine, leichte Einsteigerdrohne für Badesee, Steg und Urlaub. Mit 15 Meter Tiefe, Full HD und wenig Licht aber klar eingeschränkt – ein Spielzeug für Neugierige, kein Werkzeug für Alpenseen.

Pro
  • Sehr leicht und kompakt (1,1 kg)
  • Günstigster Einstieg bei Chasing
  • Tiefen-Halten und Neigung ±45°
  • Steuerung per App und WLAN-Boje
Contra
  • Nur 15 m Tiefe und 15 m Kabel
  • Nur Full HD, 2 × 250 Lumen
  • Max. 60 min Laufzeit, Akku fest eingebaut
  • Im Handel in D-A-CH kaum zu finden
ca. 600 US-$ (Herstellershop)umgerechnet ca. 510 € · Schweiz: umgerechnet ca. 480 CHFBei Amazon ansehen

Bewertung im Detail

Kamera & Bild (30 %)4,0
Licht (15 %)4,7
Tauchtiefe & Kabel (15 %)4,5
Akku & Laufzeit (15 %)4,3
Bewegung & Steuerung (15 %)3,5
Ausstattung & Zubehör (10 %)4,0

Die Noten beruhen auf den Herstellerangaben und unserem Bewertungsschema. Einen eigenen Praxistest im Wasser haben wir noch nicht gemacht und reichen ihn nach. Die Note vergleicht die Dory mit allen Modellen der Bestenliste – auch mit Drohnen, die das Zwei- bis Fünffache kosten.

Einleitung

Chasing ist neben QYSEA (FIFISH) der bekannteste Hersteller von Unterwasserdrohnen für Hobbypiloten. Die Dory ist das kleinste und günstigste Modell im Programm – unterhalb der Gladius Mini S und der großen M2-Reihe. Chasing bewirbt sie als tragbare Drohne für Strand, See, Urlaub und Familienausflüge: auspacken, App starten, eintauchen.

Das Konzept unterscheidet sich von den größeren Modellen. Die Dory hängt an einem nur 15 Meter langen Kabel, das zu einer kleinen schwimmenden Boje führt. Die Boje baut ein WLAN auf, mit dem sich dein Smartphone oder Tablet verbindet. Du stehst also am Ufer oder auf dem Steg, die Boje treibt auf dem Wasser und die Drohne taucht darunter. Eine klassische Fernsteuerung gibt es nur im teureren „Flash“-Paket.

Wer nach einer günstigen Unterwasserdrohne sucht, landet früher oder später bei der Dory. Die entscheidende Frage ist: Reicht dir, was sie kann? Dafür lohnt ein genauer Blick ins Datenblatt.

Technische Daten

Tauchtiefebis 15 m
Kabel15 m, zur WLAN-Boje
KameraCMOS-Sensor 1/2.9", Blende f/1.6, 100° Sichtfeld, ISO 100–3200
VideoFull HD (1920 × 1080) mit 30 Bildern pro Sekunde, MP4
Foto2 Megapixel (1920 × 1080), JPEG
Licht2 × 250 Lumen, 4.000–5.000 Kelvin
Akku4.800 mAh, fest eingebaut, bis 60 min Laufzeit, mind. 300 Ladezyklen
Ladezeitca. 3 h
Geschwindigkeitbis 1,5 Knoten
SensorenTiefe (±0,5 m), Temperatur (±2 °C)
Größe und Gewicht247 × 188 × 92 mm, 1,1 kg
WLAN-Boje130 × 130 × 88 mm, 160 g, 16 GB Speicher, WLAN-Reichweite bis 15 m
SteuerungApp „CHASING DORY“; Fernsteuerung im „Flash“-Paket
Preis Herstellershop599 US-$ (Rucksack-Paket), 689 US-$ („Flash“-Paket mit Fernsteuerung)
Preis Deutschland und Österreichbei großen Händlern kaum gelistet; umgerechnet ca. 510 € bzw. 590 € (Flash), zzgl. Versand
Preis Schweizumgerechnet ca. 480 CHF bzw. 550 CHF (Flash), zzgl. Versand und allfälliger Einfuhrabgaben

Die Euro- und Franken-Beträge sind grob aus den Dollar-Preisen des Herstellershops umgerechnet. Laut einer Preisübersicht von Dronetrader gab es die Dory im Sommer 2026 zeitweise auch für 469 bis 559 US-Dollar.

Kamera und Licht: Full HD statt 4K

Die Dory filmt in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde. Für Social-Media-Clips und um zu sehen, was unter deinem Boot los ist, reicht das. Mit den 4K-Aufnahmen der Gladius Mini S oder der FIFISH V-EVO kann sie aber nicht mithalten – deshalb nur die Note 4,0 für Kamera & Bild. Fotos haben gerade einmal 2 Megapixel, also Full-HD-Auflösung.

Schwächer noch ist das Licht. Zwei Lampen mit je 250 Lumen sind sehr wenig: Die Gladius Mini S hat fast fünfmal so viel, die V-EVO zehnmal so viel. In klarem, flachem Wasser bei Sonne spielt das kaum eine Rolle. In trüben Seen, unter Stegen oder in der Dämmerung siehst du dagegen schnell nur noch Grün in Grün. Unter Wasser verschwinden die Farben ohnehin schon nach wenigen Metern – mehr dazu im Praxis-Artikel Farben unter Wasser. Positiv: Die lichtstarke Blende f/1.6 hilft dem kleinen Sensor bei wenig Licht.

Tiefe, Kabel und Reichweite

Die Dory ist bis 15 Meter Tiefe zugelassen, das Kabel ist ebenfalls 15 Meter lang. Weil das Kabel fast nie senkrecht hängt, erreichst du die volle Tiefe nur direkt unter der Boje. Willst du ein paar Meter vom Ufer weg, bleibt entsprechend weniger Tiefe übrig. Dazu kommt die WLAN-Strecke zwischen Boje und Smartphone: Chasing nennt bis 15 Meter. Dein Bewegungsradius ist damit deutlich kleiner als bei Drohnen mit 100-Meter-Kabel.

Für viele Einsätze ist das trotzdem genug. Am Attersee etwa liegt der Unterwasserwald bei Weyregg schon in wenigen Metern Tiefe – ein typisches Ziel, für das die Dory reicht. Die Steilwand an der Schwarzen Brücke, die über 50 Meter hinabgeht, ist dagegen nichts für sie.

Akku und Laufzeit

Der 4.800-mAh-Akku ist fest eingebaut und hält laut Chasing bis zu 60 Minuten. Wie bei allen Herstellerangaben gilt: Bei viel Fahrt und kaltem Wasser ist früher Schluss. Danach muss die Drohne rund drei Stunden an die Steckdose. Einen Wechselakku gibt es nicht, ein zweiter Tauchgang am selben Nachmittag fällt also meist aus – es sei denn, du hast eine Powerbank mit passender Leistung dabei. Tipps, wie dein Akku lange durchhält, findest du im Ratgeber Akkupflege.

Steuerung und Bedienung

Gesteuert wird per App „CHASING DORY“. Die Drohne kann sich um bis zu 45 Grad nach oben oder unten neigen und mit der Tiefen-Halte-Funktion in der gewünschten Tiefe stehen bleiben – praktisch, wenn du ruhig filmen willst. Eine Besonderheit ist die Doppelsteuerung: Zwei Personen können eine Dory bedienen, eine steuert die Fahrt, die andere die Kamera. Fotos und Videos lassen sich direkt aus der App teilen. Mit höchstens 1,5 Knoten ist die Dory allerdings langsam, bei Strömung oder Wellengang stößt sie schnell an Grenzen. Mehr dazu im Praxis-Artikel Fahren bei Strömung.

Vor- und Nachteile

Das spricht dafür
  • Sehr leicht und klein – passt in jeden Rucksack
  • Günstigster Einstieg in die Welt der Unterwasserdrohnen von Chasing
  • Einfache Bedienung per Smartphone-App
  • Tiefen-Halten und Neigung um ±45°
  • Zwei Personen können gleichzeitig steuern und filmen
Das spricht dagegen
  • Nur 15 m Tiefe, nur 15 m Kabel
  • Full HD mit 30 Bildern, Fotos nur 2 Megapixel
  • Sehr wenig Licht (2 × 250 Lumen)
  • Höchstens 60 Minuten Laufzeit, Akku nicht wechselbar
  • Langsam, kaum für Strömung geeignet
  • Bei Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum erhältlich

Einsatzbeispiele für Unterwasserpiloten

  • Urlaub und Strand: Mit 1,1 Kilogramm passt die Dory ins Reisegepäck. In ruhigen, klaren Buchten zeigt sie dir Seegras, Steine und Fische direkt auf dem Smartphone.
  • Badesee mit der Familie: Kinder steuern, Erwachsene filmen – dank Doppelsteuerung geht beides gleichzeitig.
  • Boot und Steg: Ein schneller Blick auf Rumpf, Anker oder Bojenkette im flachen Wasser. Für den Liegeplatz in wenigen Metern Tiefe reicht die Dory.
  • Ausprobieren: Wenn du erst wissen willst, ob dir das Hobby gefällt, bevor du über 1.000 Euro ausgibst.

Nicht geeignet ist die Dory für tiefe Alpenseen, Wracks in Tauchseen und Fließgewässer. In Tauchseen wie dem Kreidesee Hemmoor liegen viele Objekte zwar in geringer Tiefe – frag aber vorher bei der Tauchbasis, ob du überhaupt eine Drohne einsetzen darfst.

Gibt es einen Nachfolger?

Ein direktes Nachfolgemodell der Dory haben wir bei Chasing bis Oktober 2026 nicht gefunden. Die Dory steht weiterhin im Herstellershop. Wer mehr will, landet beim nächstgrößeren Modell, der Gladius Mini S: 4K, 100 Meter Tiefe, 2 × 1.200 Lumen und bis zu 4 Stunden Laufzeit, ab ca. 1.260 Euro. Für Angler hat Chasing außerdem die Fischfinder-Drohne F1 im Programm. Welche Modelle es sonst unter 1.000 Euro gibt, zeigen wir im Ratgeber Unterwasserdrohne unter 1.000 Euro.

Im Video

Die Dory im offiziellen Erklärvideo von CHASING:

Offizielles Video von CHASING (YouTube)

Fazit

Unsere Einschätzung

Die Chasing Dory ist eine günstige Unterwasserdrohne für flaches, ruhiges Wasser – und genau dort macht sie Sinn. Für Urlaub, Badesee und den schnellen Blick unters Boot ist sie leicht, einfach und vergleichsweise billig. Die Note 4,1 zeigt aber, wie groß der Abstand zur Mittelklasse ist: wenig Tiefe, wenig Licht, kurze Laufzeit.

Wenn du das Hobby ernsthaft angehen willst, spar lieber noch etwas und nimm die Chasing Gladius Mini S. Sie kostet rund doppelt so viel, kann aber ein Vielfaches – und du musst nicht nach einem Sommer schon wieder aufrüsten. Den Überblick über alle Modelle findest du in unserer Bestenliste.

Ist etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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